Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Der Prignitzer Keine Garantie

Von Christoph Slangen | 11.09.2009, 07:01 Uhr

Glückwünsche, Dank an alle Beteiligten und Schulterklopfen.

Der Verwaltungsrat von General Motors hat den 25 000 Opel-Beschäftigten mit seiner Verkaufsempfehlung für Magna neue Hoffnungen geweckt nach monatelanger Ungewissheit. Viel euphorischer als die Belegschaft reagieren die Regierungsparteien. SPD und CDU sehen sich bestätigt und hofft auf Rückenwind für den Wahlkampf: Die Rettungsversuche für Opel, vor allem der Einsatz für den Investor Magna, den Kanzlerin Angela Merkel und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier forciert hatten, waren keineswegs unumstritten. Nun trumpfte man geradezu befreit auf. Ob das Feiern nicht doch ein wenig zu früh ist? Eine Grundsatzentscheidung für Magna gibt es zwar. Doch müssen die genauen Vereinbarungen noch ausgehandelt werden. Das wird sich über den Wahltag hinziehen. Und erst danach wird man beurteilen können, ob die sich selbst feiernden Opel-Retter Grund dazu hatten. Bleibt es bei der teuren staatlichen Hilfe? Kann die Bundesregierung andere europäische Regierungen mit ins Boot nehmen? Wird der Konzern saniert und zum Schluss profitiert davon vor allem GM? Selbst bei erfolgreichem Abschluss der Verhandlungen mit Magna steht den Mitarbeitern eine harte Wegstrecke mit Einschränkungen und Arbeitsplatzabbau bevor. Die Entscheidung für Magna beendet eine Hängepartie, ist aber noch keine Garantie für ein Happyend.