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Wittenberge und Umgebung Junge Pfarrerin auf Augenhöhe

Von RANT | 10.03.2018, 16:00 Uhr

Gebürtige Thüringerin Mareike Sabl freut sich auf die Arbeit in und um Wittenberge.

Mareike Sabl ist in ihrer Familie eine berufliche Querschlägerin. „Meine Eltern sind nicht kirchlich geprägt“, sagt die 32-Jährige schmunzelnd. Dennoch ist die junge Frau nun im Pfarrdienst im Pfarrsprengel Wittenberge-Land tätig. Dabei hatte sie selbst auch nicht von Beginn an geplant, diesen Weg einzuschlagen. „Ich habe von 2008 bis 2014 Gemeindepädagogik an der evangelischen Hochschule in Berlin studiert. Vorher wollte ich eigentlich Jugendliche beim Wechsel von der Schule ins Berufsleben unterstützen“, erzählt die gebürtige Gothaerin, wobei der typische thüringische Dialekt nicht mehr vorhanden ist. „Das höre ich von vielen Leuten. Hier im Gemeindehaus haben wir aber jemanden, der auch aus der Gegend kommt und der hat es rausgehört.“ Während des Freiwilligen Sozialen Jahres in Rastenberg (Thüringen), wo Mareike Sabl in einer Einrichtung der Diakonie mit Kindern mit Handicap arbeitete, änderte sich dann der Berufswunsch. „Dort lernte ich jemanden kennen, der Religionspädagogik studierte und mir die Arbeit einer Pfarrerin schmackhaft machte.“ Während eines dreimonatigen Praktikums in der Kirchengemeinde An der Panke gegen Ende ihres Studiums gab Sabl auch Religionsunterricht. „Da habe ich gemerkt, dass dies das Richtige für mich ist.“ Auch wenn ihre Familie nicht verstehe, warum sie das mache. „Ich bin zwar getauft, habe mich aber erst im Erwachsenenalter nachträglich konfirmieren lassen.“ Ihre Oma sei aktiv in der Kirche gewesen, sagt Mareike Sabl nach kurzem Überlegen, wahrscheinlich komme ihr eigenes Interesse da her. Trotzdem unterstützt ihre Familie die junge Frau, wie sie betont.

Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen (ein und sechs Jahre), lebt Mareike Sabl in der Gemeindewohnung gegenüber der Stadtkirche. „Mein Mann arbeitet von Zuhause aus als Informatiker für eine Berliner Firma. Unser großer Sohn geht hier zur Schule und hat sich schon eingelebt.“ Sie selbst sei mit großer Wertschätzung in der Gemeinde aufgenommen worden.

Drei Predigten hielt Mareike Sabl bisher, allerdings konnte sie sich noch nicht in allen Gemeinden vorstellen. Das soll in den nächsten Wochen aber passieren, an diesem Wochenende stehen Bentwisch und Cumlosen auf dem Plan. „Mir ist es in meiner Arbeit als Pfarrerin wichtig, mit den Menschen auf Augenhöhe zu sprechen. Ich möchte nicht als jemand wahrgenommen werden, der eine Stufe höher steht. Deswegen liegen mir Kanzelpredigten auch nicht so.“ Sie freut sich darauf, viel zu lernen. Einiges hat sie schnell mitbekommen. „Dass bei Beerdigungen hier die Glocken läuten zum Beispiel. Das kannte ich vorher nicht.“