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Der Prignitzer Immer weniger

Von Philip Schroeder | 08.09.2009, 07:03 Uhr

Von seinen Eckpunkten rückt er nicht ab: Kultusminister Henry Tesch hat auch beim gestrigen "Theatergipfel" nur einen halben Fußbreit nachgegeben.

Ein "Stufenplan" zur Umsetzung des neuen Geldverteilungsschlüssels, der das vergleichsweise rentable Staatstheater Schwerin ebenso benachteiligte wie das relativ defizitäre Volkstheater Rostock - den immerhin hat der Minister in Aussicht gestellt. Mehr aber auch nicht. Das ist nicht wirklich überraschend, zu sehr hatten die Verlautbarungen des Ministers zuvor danach geklungen, dass hier nicht zum Dialog geladen, sondern zum Rapport bestellt wird. Der gestrige Gipfel hat durchaus positive Aspekte: Der Minister steht zu seinem Konzept, gibt mit der großen Koalition im Rücken eine jahrelang fehlende Grundrichtung vor und mischt sich nicht in Details vor Ort ein. Wie die Theater und ihre Träger das Konzept im Detail umsetzen, bleibt ihnen überlassen. Strukturen für bestmögliche Qualität schaffen, das können die Verantwortlichen vor Ort am besten. Fazit: Diese Politik kann man gut finden. Muss man aber nicht. Es fehlt nämlich ein wenig die Ehrlichkeit. Denn es ist klar: Von 35,8 Millionen Euro kann sich MV auf dem Weg zu den zwei "Kulturkooperationsräumen" Jahr für Jahr weniger Theater leisten. Das "nachhaltig qualitativ hochwertige Kulturangebot in der Fläche", das Tesch so gern beschwört - so entsteht es nicht. Es wird immer weniger Kultur in der Fläche geben.