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Potsdam Immer mehr Fälle von Geldwäsche in Brandenburg

Von Gudrun Janicke, dpa | 06.10.2011, 07:59 Uhr

Geldwäsche ist in Brandenburg kein Phänomen mehr, das nur aus amerikanischen Krimis bekannt ist.

Die Straftaten werden auch in der Mark immer häufiger registriert.

2010 Jahr gingen bei der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe des Zolls und des Landeskriminalamtes (LKA) 426 Hinweise ein. Allein in den vergangenen zwei Jahren stieg die Zahl der sogenannten Ersthinweise um knapp 46 Prozent.

Nach Paragraph 11 des Geldwäschegesetzes müssen schon bei Verdacht einer Transaktion, die auf eine Straftat schließen lässt, die Behörden kontaktiert werden. Dabei ist nicht die Höhe der Summe ausschlaggebend.

"Die zentrale Bearbeitung aller Geldwäscheverdachtsfälle in der Gemeinsamen Finanzermittlungsgruppe hat sich bewährt", sagte Polizeipräsident Arne Feuring. Aller Voraussicht nach werde Schwerpunkt bei den Taten zur Geldwäsche weiterhin im Bereich der Internetkriminalität liegen, betonte er.

Im Vorjahr registrierte das LKA allein 161 Anzeigen und Verfahren, die sich mit dem Anwerben von Finanzagenten über das Internet beschäftigten. Den Betroffenen wird eine Provision versprochen, wenn sie ihr Bankkonto für Transaktionen zur Verfügung stellen. 2009 waren er nur 151 Anzeigen.

Bei drei Anzeigen gab es den sogar Verdacht, dass ein Zusammenhang mit der Finanzierung des internationalen Terrorismus besteht. In zwei Fällen ging es um mögliche Verstöße gegen Embargolisten von UN und EU. In diesen Fällen blieb es beim Verdacht.

Insgesamt spielten Summen in Höhe von insgesamt 46,8 Millionen Euro eine Rolle. Das meiste Geld wurde in die Türkei, nach Russland, Syrien und Vietnam transferiert. Umgekehrt wurden etwa 29 Millionen Euro nach Deutschland transferiert: aus Russland kam mit 22 Millionen Euro die höchste Summe. Allein ein Fall brachte 1,6 Millionen Euro Steuereinnahmen ein.

Der Täter hatte sich unter anderem über den Ankauf von Gold und Silber bereichert. Über 3,5 Millionen Euro waren auf seinen Konten eingegangen. Der Beschuldigte hatte mehrwertsteuerfreies Feingold angekauft, dass zu Goldbarren gegossen wurde und damit umsatzsteuerpflichtig war. Die Scheideanstalt überwies später den Goldpreis plus 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die Konten des Mannes. Steuerfahnder beschlagnahmten bei einer Durchsuchung rund 320 000 Euro.

Die Ermittlungen richteten sich gegen 453 Personen. In 17 Fällen wurden Strafbefehle für eine Geldstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Drei Täter wurden zu Bewährungsstrafen von insgesamt zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.