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Der Prignitzer Im Finanz-Casino

Von Christoph Slangen | 07.09.2009, 07:07 Uhr

Bonuszahlungen an Manager in Millionenhöhe sind ein Ärgernis.

Erst recht, wenn sich die Top-Strategen als Nieten in Nadelstreifen erweisen oder die Chef-Banker als unverantwortliche Zocker im Finanz-Casino: Aktienkurse mit riskanten Geschäften in die Höhe treiben, Bonus kassieren, die Risiken im Schadensfall auf den Steuer- zahler überwälzen. Dieses Geschäftsmodell ist in der Finanzkrise häufig genug zum Tragen gekommen. Die G20-Finanzminister haben sich in der Frage der Begrenzung der Bonuszahlungen auf einen Kompromiss verständigt, den die Staats- und Regierungschefs Ende September beschließen können. Der Kampf gegen die Bonus-Wirtschaft bedarf international abgestimmten Vorgehens. Im eigenen Land hat die große Koalition schon einiges gegen falsche Anreize im Vergütungssystem getan. Sie könnte noch aktiver sein. Wichtig wäre, dass der Steuerzahler nicht unbegrenzt mitfinanziert, wenn Manager sich vertraglich einen goldenen Handschlag garantieren lassen. Jenseits aller ebenso richtigen wie populären Maßnahmen gegen Gehaltsexzesse kommt es aber auch auf andere Lehren aus der Krise an: Die Aufsicht über die Finanzinstitute muss weiter gestärkt werden, um hochriskante Praktiken zu unterbinden. Und die Banken müssen verpflichtet werden, mehr Eigenkapital vorzuhalten, damit sie krisenfester werden.