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Prignitz Höhere Gebühren umstritten

Von Katarina Sass | 15.09.2011, 06:07 Uhr

Höhere Taxigebühren sind im Gespräch, der Landkreis erarbeitet dazu eine Vorlage.

Heinz Kirle, Vorstandsbeauftragter des Taxiverbandes Berlin-Brandenburg, hält das nur für folgerichtig. Bereits vor zwei Jahren unterstützte der Verband einen entsprechenden Vorstoß Prignitzer Taxiunternehmer. In einem Schreiben des Verbandes, das der Redaktion vorliegt, wird auf die erhebliche Steigerung der Betriebskosten und den ungerechtfertigten Unterschied zu den Taxitarifen in anderen, vergleichbaren Landkreisen und Gemeinden im Land hingewiesen. Wörtlich heißt es: "Die seit 2000 gestiegenen Betriebskosten gefährden bei gleich bleibenden Tarifen die Existenz der Unternehmen". Getan hat sich seitdem aber nichts.

Taxiunternehmen aus der Prignitz sind jedoch geteilter Meinung, was die geplante Erhöhung der Entgeltordnung betrifft. "Ich wehre mich dagegen", sagt Kerstin Huneck aus Wittenberge. Schon mit den aktuellen Preisen sei das Tagesgeschäft sehr schwierig. "Die Kunden haben selbst kein Geld", sagt sie und befürchtet, dass diese dann auch noch wegbleiben und möglicherweise zu Mitbewerbern gehen, die mit Mietwagen Geschäfte machen. "Höhere Preise bringen mir nichts", so Huneck. Eine andere Ansicht vertritt Wolfgang Thiel aus Perleberg. Er arbeitet als Taxifahrer und bietet auch Mietwagen an. Thiel glaubt nicht daran, dass Kunden wegbleiben würden. "Überall steigen die Preise, die Tarife müssen erhöht werden", fordert er deshalb.

Indirekt betroffen von den neuen Tarifen wäre auch die Mietwagenbranche. "Die Preise kann ich zwar selbst festlegen, aber ich muss mich auch nach den Kunden richten", erklärt Wolfgang Röckert aus Lenzen. Er befördert Fahrgäste vor allem im Stadtverkehr, manchmal auch bis nach Schwerin oder Ludwigslust und weiter. Verlangt er zu hohe Preise, bleiben die Kunden weg. Sind sie zu niedrig, nehme er zu wenig ein, beschreibt Röckert das Dilemma. Um die Verordnung des Landkreises anzupassen, soll ein Gutachten erstellt werden. "Es soll feststellen, welche Tarife auskömmlich sind", so Norbert Kreutz, Sachgebietsleiter für Ordnung und Sicherheit im Landkreis. Abschließend befasst sich der Kreistag mit dem Thema und beschließt gegebenenfalls eine Tarifanpassung. Wann das auf die Tagesordnung kommt, sei noch offen.