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Der Prignitzer Hilfestellung

Von Rasmus Buchsteiner | 13.10.2009, 07:32 Uhr

Es ist nicht lange her, da hat der Chef der staatlichen Monopolkommission Justus Haucap die Auffassung vertreten, Monopole seien "das Schönste" für die Unternehmen.

Und Wettbewerb sei deshalb so wichtig, weil er die Macht der Unternehmen breche. Wie recht der Mann doch hat! Doch liegen Wunsch und Wirklichkeit in Deutschland leider weit auseinander. Wenn Union und FDP jetzt in ihren Koalitionsverhandlungen selbst über die Zerschlagung von marktbeherrschenden Konzernen als "ultima ratio" nachdenken, lässt das aufhorchen. In vielen Wirtschaftszweigen bestimmen die Platzhirsche, wo es lang geht - bei Strom und Gas, im Post- und Briefgeschäft, aber auch im Schienenverkehr. Mag es auch den einen oder anderen unabhängigen Ökostromanbieter geben, hier und dort ein kommunales Unternehmen, das bundesweit Strom vertreibt, oder eine Privatbahn, die der Deutschen Bahn auf einigen wenigen Strecken Konkurrenz macht: Von flächendeckendem Wettbewerb kann dennoch keine Rede sein. Noch immer haben neue Anbieter schlechte Karten, wenn sie sich daran machen, die Großen einmal herauszufordern. Das hat auch mit über Jahre verkrusteten Marktstrukturen zu tun. Soll hier der Wettbewerb einziehen, muss die Politik eine gewisse Hilfestellung leisten. Ob Schwarz-Gelb dabei tatsächlich so entschlossen und mutig vorgehen wird, wie man jetzt in den Koalitionsverhandlungen den Anschein erwecken will, ist mehr als fraglich. Zu wünschen wäre es allerdings - im Interesse der Verbraucher.