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Lübzow/Sükow Hähnchenmist heizt Hähnchenstall

Von Doris Ritzka | 28.10.2011, 06:44 Uhr

Auf der gemeinsamen Sitzung von Stadtentwicklungs- und Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung stellten Bernd Cord-Kruse, Landwirt aus Lübzow, und Frank Schmidt, Landwirt aus Sükow, ihre Vorhaben in Bezug auf Biogasanlagen vor.

Seit 2006 betreibt der Lübzower bereits eine solche auf eigener Fläche. Biogas werde hier hauptsächlich erzeugt aus der im Betrieb anfallenden Gülle, Mais und sogenanntem Roggen-GPS, was alles aus dem Umkreis von drei bis vier Kilometern komme. Cord-Kruse beabsichtige nun, die Leistung zu erhöhen.

Als ökonomisch und ökologisch sinnvoll, beschreibt auch Frank Schmidt, der eine Hähnchenmast in Sükow betreibt, sein Vorhaben. Er will allerdings erst eine Biogasanlage installieren. "Mir geht es vor allem um die Nutzung der Abwärme. Denn jährlich habe ich zwischen 60 000 und 80 000 Euro an Heizkosten. Damit wird faktisch der Gewinn, den wir im Sommer erwirtschaften, im Winter aufgefressen", so der Landwirt. Als solcher ist er privilegiert, im Außenbereich eine derartige Anlage zu betreiben. Erzeugt werden soll dieses Biogas aus Mais, Zuckerrüben und eben auch Hähnchenmist.

Die Sükower Anlage werde auf rund 1,5 Hektar ihren Standort haben. Mais von 120 Hektar Fläche, Rüben von 50 Hektar und dazu dann noch 320 Tonnen Hähnchenmist werden für den Input benötigt. Alles komme aus eigenem Aufkommen "und bedeutet, dass maximal drei bis vier Tage geerntet wird", fügt Frank Schmidt an.

Biogas, das dann in 24 Stunden erzeugt wird, wird nach der Technologie, die er verfolgt, aber nur in der Stromspitze, sprich 18 Stunden, auch genutzt. Im Klartext heißt das, um die Anlage dann wieder anzufahren, benötige man statt der 500 kW dann 750 kW. "Insgesamt betrage die Grundleistung aber 500 kW", so der Landwirt.

3,5 Millionen werden investiert, um besagte Anlage zu errichten, deren Abwärme im Winter in die Ställe fließt und im Sommer für die Trocknung von Substrat für Gärtnereien genutzt werden soll. Ins Auge gefasst ist auch die Trocknung von Getreide. Mit der Anlage werde ein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen und im gleichem Atemzug auch das Gelände optisch ansprechend hergerichtet. Eine spätere Vergrößerung der Anlage halte Schmidt für nicht notwendig, zudem seien einem solchen Vorhaben an diesem Standort durch Gebäude und fremde Ackerflächen Grenzen gesetzt.

In erster Linie will Frank Schmidt aber Landwirt bleiben, das heißt, die Anlage soll später durch eine Investorengemeinschaft betrieben werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Fläche, auf der sie errichtet wird, als Sondergebiet Biogas ausgewiesen wird. Gleiches gilt auch für das Vorhaben von Bernd Cord-Kruse.

Die beiden Ausschüsse äußerten sich "wohlwollend" zu diesen Vorhaben, wie Klaus Herpich (Linke) für den Stadtentwicklungsausschuss konstatierte.