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Die etwas anderen Weihnachtsmänner Große und kleine Gesten zum Fest

Von rant | 23.12.2017, 05:00 Uhr

DRK Prignitz beschenkt Kinder aus sozial benachteiligten Familien / Helfer werden selbst überrascht

Sie haben sich zwar nicht als Weihnachtsmänner verkleidet, aber Geschenke haben Dietrich Döring und Uwe Damnig vom DRK Prignitz dabei. Gedacht sind sie für die fünf Kinder von Familie Aslakhanov.

Die Tschetschenen leben seit vier Jahren in Deutschland, sind in einer Wohnung in der Bahnstraße zuhause. Viel Geld ist nicht vorhanden. Da kommt diese Überraschung des Prignitzer Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes für die Kleinen gerade recht. Anfangs nehmen sie teilweise schüchtern die bunt verpackten Präsente aus den Händen von Uwe Damnig (Verbandsarbeit) und Geschäftsführer Dietrich Döring entgegen.

Doch ziemlich schnell ist das Eis gebrochen, die beiden Männer reden mit den Steppkes im Alter zwischen drei und zwölf Jahren. Auch wenn sie nicht jedes Wort verstehen, so sind es die kleinen Gesten, die Nähe erzeugen und Vertrauen wecken. Deni, der Älteste, übersetzt für seine Geschwister. Er kann am besten Deutsch, was auch damit zu tun hat, dass er beim BSV Veritas Wittenberge aktiv ist. Er ist ein Boxtalent, ist im März Landesmeister bei den Schülern bis 37 Kilo geworden. Sport als Integrationsinstrument – der Klassiker. Auch sein Bruder Bilal (9) ist in dem Verein, er ringt.

Die Kinder packen die Geschenke gemeinsam mit Dietrich Döring aus. Hier kommt eine Puppe zum Vorschein, dort ein kleiner Bauernhof, ein Auto oder auch Lego sowie ein Malbuch mit Stiften. Außerdem bekommt jedes Kind einen Bekleidungsgutschein über je 20 Euro für die DRK-Sozialboutique. Das Lächeln in den Gesichtern der Kinder wird immer breiter. „In Tschetschenien und Russland feiern wir Neujahr und Weihnachten immer am 31.“, sagt Vater Ibragim Aslakhanov. Die Kinder warten dann darauf, dass es Mitternacht wird und Väterchen Frost kommt oder sie die Geschenke öffnen dürfen, die unter dem Weihnachtsbaum liegen. Doch in diesem Fall wird die Bescherung kurzerhand vorverlegt.

„Wir unterstützen finanziell schwache Familien seit etwa 15 Jahren mit dieser Aktion“, sagt Uwe Damnig. Alles begann mit einer Dame, die damals Geld spenden wollte für bedürftige Kinder. „Wir wollten nicht, dass das Geld anonym übergeben wird, sondern lieber persönlich. So entstand die Initiative ,Weihnachtsgeschenke für Kinder aus sozial benachteiligten Familien’.“ Mindestens 20 Kindern solle in jedem Jahr eine kleine Freude gemacht werden, so Uwe Damnig. Die Jugendhilfe des Landkreises gibt dem DRK Tipps, welche Familien überrascht werden könnten. Jedes Geschenk kann einen Wert von bis zu 30 Euro haben. „Bei Familie Aslakhanov haben wir wegen der Sprachbarriere nicht gewusst, was sich die Kinder wünschen. Deswegen haben wir die Verkäuferinnen im Spielzeugladen gebeten, dem Alter entsprechend etwas auszusuchen“, erzählt Uwe Damnig. Die Damen hatten das richtige Näschen. Die Atmosphäre bei Familie Aslakhanov ist sehr herzlich. Ibragims Frau Marha Mikolai hat ein ganzes Festtagsmenü auf den großen Esstisch gezaubert – als Dankeschön für die Weihnachtsüberraschung. Von deftig bis süß ist alles dabei. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagt Dietrich Döring sichtlich berührt. Die Helfer sind von der Gastfreundschaft überwältigt.