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Handwerkernachwuchs startet in den Beruf Freisprechung für 21 Gesellen

Von MAND | 17.02.2014, 19:07 Uhr

Vier vorzeitig ausgelernt, fünf Auszeichnungen / Elektroniker und Kfz-Mechatroniker erhielten Gesellenbriefe

Mit drei Hammerschlägen auf die Handwerkslade leitete Kreishandwerksmeister Lothar Hildebrandt am Freitag im Düpower Landgasthof Imm die Freisprechung von zwölf Elektroniker- und neun Kraftfahrzeugmechatroniker-Gesellen ein. Sie drückten dreieinhalb Jahre die Schulbank, während andere Azubis, wie Tischler, Maler, Maurer oder Friseure, bereits im September nach dreijähriger Lehrzeit ihre Gesellenbriefe erhalten hatten.

„Gemessen an dem Ergebnis vergangener Jahre haben Sie ein sehr gutes Resultat erreicht“, lobte Lothar Hildebrandt die frisch gebackenen 21 Gesellen: Alle bestanden die Prüfung, fünf davon mit dem Prädikat „gut“, vier lernten vorzeitig aus (Ergebnisse siehe Anhang). Eine Extraehrung erhielt Björn Mende vom Autohaus Dinnebier Wittenberge – er belegte beim praktischen Leistungswettbewerb der Kfz-Mechatroniker des Landes Brandenburg einen tollen dritten Platz.

„Sie haben eine wichtige Hürde genommen, Ihr Gesellenstück erstellt und die Prüfung bestanden. Das Lernen wird jedoch nie aufhören, verbunden mit Veränderungen, denn Veränderungen sind wichtig. Nutzen Sie die Stärke und Kompetenz der Kreishandwerkerschaft. Vielleicht wird der eine oder andere einmal selbst Lehrlinge ausbilden. Denn gute Handwerker werden auch in Zukunft gebraucht. Neben Können spielen für eine erfolgreiche Tätigkeit Tugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit, Flexibilität oder Kreativität eine wichtige Rolle. Der Kunde muss sich auf Sie verlassen können, sonst geht er zur Konkurrenz“, betonte Jan Meyerhoff, Leiter des OSZ Wittenberge, in seiner Festrede.

„Kfz-Technik war schon immer mein Hobby. Schon vor der Lehre habe ich an Autos herumgeschraubt und bin mit der Familie oder Freunden zu Rennen gefahren. Die Ausbildung im Betrieb sowie am OSZ haben meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen“, erzählte Björn Mende nach Erhalt des Gesellenbriefs. Vorzeitig ausgelernt, arbeitet der 24-Jährige bereits ein halbes Jahr im Autohaus Dinnebier, will dort erst mal bleiben und dann, mit dem Abitur in der Tasche, studieren. „Auch für mich brachte die Ausbildung das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich wollte Kfz-Mechatroniker oder Elektroniker werden, das Lehrstellenangebot Elektroniker kam dann zuerst“, erklärte Robin Strücker, Jahrgangsbester der fünf Ausgezeichneten. Der Blesendorfer will vorerst in seinem Heiligengraber Ausbildungsbetrieb bleiben und dann seinen Meister machen.

„Bleiben Sie in der Prignitz“, appellierte Hildebrandt an die Junggesellen. „Wir suchen händeringend Nachwuchs. Zudem brauchen viele Handwerksbetriebe Nachfolger“, unterstrich der Kreishandwerksmeister.

Unbestritten sei: Der Rückgang an Azubis sei da, viele junge Leute wollen studieren und ihr Geld leichter verdienen als mit Handwerksarbeit, werden auf Messen von Fachhochschulen, Bundeswehr oder Polizei geworben. Daher müsse man das eigene Image weiter aufwerten: „Das Handwerk ist nach wie vor eine Wirtschaftsmacht“, unterstrich Hildebrandt.

Insgesamt gibt es in der Prignitz ca. 1300 Handwerksbetriebe mit bis zu 96 Berufen, davon viele Ein-Mann-Unternehmen. Zurückgegangen ist die Zahl an mittelständischen Handwerksbetrieben, die auch größere Aufträge übernehmen können. „Die brauchen wir verstärkt. Arbeit ist genug da, so dass Aufträge sogar nach außerhalb vergeben werden müssen“, erklärte Hildebrandt. In der Kreishandwerkerschaft sind rund 200 Mitgliedsbetriebe mit zehn Berufsbildern integriert. 2013 nahmen 78 Azubis eine Ausbildung auf, zwei weniger als 2012. „In Anbetracht rückläufiger Lehrlingszahlen stehen wir im Kammerbezirk noch recht gut da“, meinte Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Prignitz.