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Perleberg Feuer im Wohnzimmer

Von baha | 30.09.2018, 20:30 Uhr

Wehren der Kreisstadt müssen Samstag nachts zum Bahnhofsplatz. Sonntag Einsatz für drei Wehren in Postliner Straße in Karstädt

Es ist Sonntagmittag 12.37 Uhr. Feueralarm! Aus einer Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Postliner Straße in Karstädt dringt Qualm. Feuerwehrleute rücken aus. Dieser Einsatz gestern ist bereits der zweite, zu dem Kameraden am Wochenende ausrücken müssen.

In der Nacht zu Sonnabend reißt der Feueralarm Perleberger Kameraden aus dem Tiefschlaf. Um 3.15 Uhr müssen sie an den Bahnhofsplatz ausrücken. In einem Mehrfamilienhaus brennt es in einer Wohnung. „Kameraden aus allen sechs Wehren der Stadt waren im Einsatz“, sagt Perlebergs Stadtbrandmeister Thomas Gäde. Das Feuer soll im Wohnzimmer der Drei-Raum-Wohnung ausgebrochen sein. Einige Mieter konnten sich selbst in Sicherheit bringen, andere wurden von Kameraden der Feuerwehr ins Freie gebracht. Der Hausflur war zum Glück begehbar, so Gäde.

Alle sieben evakuierten Mieter wurden laut Polizeiinspektion Prignitz von Rettungskräfte mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus gebracht.

Am Sonnabend früh untersuchten Kriminaltechniker die Wohnung. Nach ihren Erkenntnissen befand sich die Brandausbruchsstelle auf dem Sofa im Wohnzimmer. „Im dortigen Brandschutt wurden Kabel und Reste einer Powerbank gefunden“, teilte die Polizei mit und spricht von fahrlässiger Brandstiftung.

Wie der „Prignitzer“ aus Eigentümerkreisen erfuhr, ist das zum Teil vermietete Haus derzeit nicht bewohnbar. Zur Schadenshöhe machte die Polizei noch keine Angaben.

Glimpflicher ging es gestern in Karstädt ab. Das Haus ist weiter bewohnbar. Grund für den Alarm: Dort hatte, wie Einsatzleiter Michael Pauli von der Wehr Premslin/Glövzin sagt, ein Mieter Essen auf dem Herd vergessen. Bei Eintreffen der Kameraden gab ein Passant an, der Mieter hatte die bereits verqualmte Wohnung verlassen, sei dann aber wieder reingelaufen. Unter Atemschutz begaben sich Kameraden ins Haus. Der Mieter wurde ins Freie begleitet.

Insgesamt waren nach Angaben des Einsatzleiters knapp 50 Kameraden aus den Wehren Karstädt, Blüthen und Dallmin vor Ort. Für andere alarmierte Wehren, darunter auch die Perleberger, konnte der Einsatz abgebrochen werden.