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Karstädt Feuer im Getreidetrockner

Von Doris Ritzka;Manfred Drössler | 09.12.2010, 07:20 Uhr

Donnerstag, 11.15 Uhr: Der Pieper ruft die Kameraden der Karstädter und Blüthener Wehr zum Einsatz.

Wenig später werden auch die Perleberger alarmiert. Feuer im Trockner der Getreide AG Karstädt, "da weiß man nie, was einen im Innern erwartet", so Reinhard Schulz von den Karstädtern. Er leitet den Einsatz. Mit vier Fahrzeugen, darunter die Drehleiter, rücken elf Perleberger Kameraden zur Unterstützung an.

Weißer Rauch steigt aus einem der riesigen Trockner auf, "nichts Außergewöhnliches", sorgt der Einsatzleiter sogleich für Aufklärung. "Das ist normale Abwärme." Wo äußerlich nichts auf ein Feuer hindeutete, da fressen sich Zentimeter für Zentimeter die Flammen vor.

Rauch, Dunkelheit und Enge. Zwischen einem Wirrwarr von Verstrebungen versuchen die Kameraden die Brandherde im Innern des Trockners auszumachen. Ohne Atemschutz undenkbar. Abwechselnd arbeiten sich jeweils zwei Atemschutzträger aus Karstädt und aus Perleberg vor. Zwei relativ große Glutnester machen sie aus. Die Löscharbeiten beginnen.

Was wie im Film abläuft, ist alles andere als ein Routineeinsatz. Rund 80 Tonnen Mais sind in dem Trockner. "Staub und Glutnester, da kann es schnell zu einer Staubexplosion kommen", beschreibt der Perleberger Uwe Schleich die Situation. Überaus vorsichtig und umsichtig gehen die Kameraden so auch zur Sache, zumal ein Trockner mit Trichtern und dem Fördermechanismus nicht zum Begehen ausgelegt ist. Ein falscher Schritt kann übel ausgehen.

13.45 Uhr dann die Info: Das Feuer ist unter Kontrolle, die Glutnester brennen noch, können sich aber nicht weiter ausbreiten. 14.20 Uhr heißt es endlich: Feuer aus. 20 Minuten später geht es abermals für die Kameraden die Leiter hoch und ins Innere des Trockners. Nachkontrolle! Anschließend ist der Eigentümer in der Pflicht. Die nächsten sechs Stunden muss er alle 60 Minuten kontrollieren, ob möglicherweise Glutnester erneut aufflammen. Wie hoch der Schaden sei und was genau die Ursache war, das werde derzeit noch ermittelt, meinte Betriebsleiter Achim Schneider. Derartige Brände gab es bereits mehrere Male. Vermutlich habe sich beim Trocknen des Mais Abrieb abgebaut, der zur Wärmebrücke wurde und sich entzündete, so Schneider. "Ein Trockner fasst zwar 80 Tonnen, der tatsächliche Schaden hält sich aber mit einigen Tonnen in Grenzen, da sich die Glutnester im oberen Bereich auf den Kaskaden befanden."