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GroSS Warnow Faustdicke Überraschung in Cottbus

Von Manfred Drössler | 19.09.2011, 06:32 Uhr

Für eine faustdicke Überraschung sorgten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Groß Warnow in Cottbus: Erstmals zur Feuerwehr-Landesmeisterschaft qualifiziert, belegte die Mannschaft von Wehrführer Norbert Wieseke den Siegerplatz und sicherte sich damit die Fahrkarten zur Deutschen Meisterschaft im Juli 2012, ebenfalls in Cottbus.

 

Der Jubel war natürlich riesengroß, denn damit hatten die Groß Warnower nicht gerechnet. Als Sieger der Kreismeisterschaft hatten sie sich für den Landesausscheid qualifiziert. Doch da waren zum Beispiel mit der Zeitstaffel andere Wettkampfelemente gefragt als auf Amts-, Gemeinde- oder Kreisebene. Über Ländergrenzen hinweg erhielten die Groß Warnower Hilfe in der Vorbereitung, indem sie den Trainingsplatz der Grabower Feuerwehr nutzen konnten. "Hier wurde hart und diszipliniert trainiert, das zahlte sich am Ende aus. Doch es war nicht immer einfach, die 16 Kameraden - neun von ihnen bildeten das Kern-Starterteam - zeitlich unter einen Hut zu bekommen", blickt Norbert Wieseke zurück. Auch waren sich die Groß Warnower anfangs nicht ganz einig, ob man als krasser Außenseiter überhaupt nach Cottbus fahren sollte. Doch dann hatte das Wettkampffieber alle gepackt und es gab kein Zurück mehr. "Wertvolle Tipps gaben uns die Grabower und auch die Wittenberger Kameraden, wofür wir uns herzlich bedanken", betont der Wehrführer.

Überhaupt war die Prignitz in Cottbus sehr gut vertreten: Kleinow belegte den 4., Wittenberge den 5. Platz. Die Elbestädter hatten etwas Pech mit Fehlerpunkten, die dann zeitlich nicht mehr wettzumachen waren. "Ich hatte meinen Jungs die Devise eingebläut, nicht auf Risiko die schnellste Zeit laufen, wichtig ist fehlerfrei zu sein", erzählt Wiesecke. Mit 54,3 Sekunden erreichten die Kameraden beim Löschangriff trocken eine gute Zeit und blieben am Ende als einzige der acht angetretenen Mannschaften ohne Fehlerpunkt.

Vom Tempo her nicht zu schlagen waren die Groß Warnower in der Zeitstaffel, die einige Schikanen enthielt wie Eskaladierwand und Tunnel, mit 62,9 Sekunden. Am Ende standen 382,8 Gesamtpunkte auf dem Siegerkonto - 7,5 Punkte mehr als der Zweitplatzierte Zeuthen und 9,2 Punkte vor Cottbus. Die Kleinower verpassten Rang 3 um nur 0,9 Punkte.

Jubel gab es aber auch bei den Wittenbergern. Ihre 2. Mannschaft, die im Wettbewerb der Klasse B (über 30 Jahre) antrat, erreichte hier unangefochten Rang 1. Bei den Frauen trat keine Mannschaft aus der Prignitz an, hier entschied Gastgeber Cottbus den Wettkampf für sich.

Großer Jubel herrschte, als die Groß Warnower zu Hause ankamen. Die Einwohner feierten im Saal bzw. auf dem Hof der Gaststätte Rock noch ihr Erntefest und empfingen die Siegermannschaft mit Riesenbeifall und einem kleinen Feuerwerk. "Als wir von Cottbus anriefen und erzählten, dass wir Landesmeister wurden, dachten die Groß Warnower, das sei ein Gag. Sie glaubten es erst, als unser Pokal auf dem Tisch stand", schmunzelt der Wehrführer. Er dankt allen Partnern, ohne die die Wettkampfteilnahme nicht möglich gewesen wäre.