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Storchenregion Prignitz Der Mann mit der Zange kommt

Von ROUF | 29.06.2018, 21:00 Uhr

Trockenheit drückt auf die Weißstorchbestände.

Auf ein durchwachsenes Storchenjahr deutet die laufende Beringung der jungen Adebare in der Westprignitz hin. So schätzt es Falk Schulz ein, der als Storchenbeauftrager in der Prignitz mit den engagierten ehrenamtlichen Vertretern des NABU-Kreisverbandes von Horst zu Horst unterwegs ist.

Auch in Rühstädt, dem storchenreichsten Dorf der Region, zeigt sich die durchwachsene Nachwuchssituation deutlich. Von den 32 Storchenpaaren, die im Ort ankamen, haben nur 19 erfolgreich gebrütet. Sie kommen insgesamt auf 34 Jungvögel. Das führt der Storchenbetreuer vor allem auf das knappe Nahrungsangebot wegen der seit Mai anhaltenden Trockenheit zurück.

Im vergangenen Jahr haben– trotz der Starkregenfällen im Juni – die 20 erfolgreichen Brutpaare 38 junge Adebare flügge bekommen.

Auf den beiden Türmen des Besucherzentrums in Rühstädt, inmitten des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, ziehen die Brutpaare je zwei Junge groß. „Sie werden dringend zur Arterhaltung benötigt, denn zwei Junge pro Brutpaar sind wünschenswert, damit der Bestand stabil bleibt“, so Falk Schulz.

Der Weißstorch sei ein Anzeiger noch intakter Ökosysteme und fühle sich in naturnahen Kulturlandschaften besonders wohl. Er benötigt ausreichend Nahrungsflächen, vor allem Grünland, Weideland oder Wiesen, die extensiv genutzt werden. „Mit der zunehmenden Effizienz der intensiv genutzten Landwirtschaft gehen Brachflächen, Ackerrandstreifen und der Anteil extensiv genutzter Flächen zurück“, erklärt der Experte. In Jahren mit fehlendem Frühlings- oder Sommerhochwasser ist der Tisch daher für den langbeinigen Gesellen eher knapp gedeckt.

In der Elbtalaue findet der Weißstorch noch einen vielfältig gedeckten Tisch vor, aber auch hier macht sich der Trend bemerkbar. Die Rühstädter, der Storchenclub, die Naturwacht, der NABU und die Verwaltung des Biosphärenreservates sowie die Landwirte tragen dazu bei, dass es genügend Nahrung den Weißstorch gibt und dieser dem Ort die Treue hält.

Mehr Informationen zum Weißstorch vermitteln das Besucherzentrum Rühstädt sowie die Internetseite www.besucherzentrum-ruehstaedt.de .