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Wittenberge Der Kaiser und sein Fanvolk

Von Oliver Knoll/;Lars Reinhold | 11.08.2013, 06:56 Uhr

Es ist wie vor hundert Jahren: Der Kaiser kommt und der Andrang ist riesig.

Jubelten die Massen früher jedoch einem Staatsoberhaupt zu, ist heute die Politik der Unterhaltung gewichen und Kaiser nicht mehr der Titel, sondern der Name des Bejubelten. Roland Kaiser zum zweiten Mal in Wittenberge - ein Muss für Schlagerfans.

Schon gut anderthalb Stunden vor Konzertbeginn reicht die Schlange der Besucher vom Einlass auf Höhe der Bühne bis auf die Bad Wilsnacker Straße hinaus. Die routinierten Konzertgänger wissen: Wer zuerst kommt, sichert sich die besten Plätze direkt vor der Bühne. Doch es gibt an diesem Abend noch einen besseren Platz: hinter der Bühne, um den Kaiser hautnah zu erleben.

Für Nicole Berendt aus Breese, Annett Eckwert und Andreas Ditten aus Karstädt hat "Der Prignitzer" genau diesen Platz reserviert. Die drei Schlagerfans haben sich bei der Redaktion gemeldet und so das Treffen mit Kaiser gewonnen. "Ich habe heute Geburtstag und bin schon unglaublich aufgeregt", sagt Nicole Berendt. Auch die beiden anderen Gewinner freuen sich darauf, den Schlagersänger einmal jenseits der Bühne zu erleben.

Und dann kommt er. "Alles Gute zum Geburtstag", begrüßt er gutgelaunt die Jubilarin und stellt sich vor. Gemeinsam wird geplaudert und gelacht. Und natürlich gibt es Autogramme. Da der eigens mitgebrachte Stift der Fans nicht schreibt, bemüht sich der Künstler selbst um Ersatz. Mit dem Edding einen Gruß auf den Arm - sonst kennt man derartige Wünsche nur von Teenagern im Angesicht gecasteter Boygroups.

"Es ist ein tolles Ambiente und das Wittenberger Publikum ist exzellent", von daher freue ich mich sehr auf das Konzert", gibt sich Kaiser optimistisch. "Klar, wir auf der Bühne agieren. Aber wenn das Publikum nicht reagiert, können wir noch so gut sein, dann kommt einfach keine Stimmung auf."

Nach einem gemeinsamen Foto verabschiedet sich der Künstler und entert die Bühne. Tosender Applaus. Die Fans erweisen sich vom ersten Lied an als sehr textsicher. Vor allem die jüngere Generation, von der das nicht unbedingt erwartet wird. "Dich zu lieben", "Extreme", "Das fünfte Element" oder "Manchmal möchte ich schon mit Dir" - Roland Kaiser spielt mit dem Publikum, nimmt es mit auf die Reise durch seine Schlagerwelt. Die Fans genießen es. Längst wird, wo auch nur etwas Platz ist, getanzt. Nach rund zwei Stunden ist Schluss. Aber nicht ohne Zugabe. Die kommt. Bei "Joana" erklingt nochmal - wie Roland Kaiser es selbst nennt "der größte Chor Wittenberges". Dann verabschiedet er sich mit dem Versprechen: "Nächstes Jahr komme ich wieder."