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Bahnhof Perleberg Der „große Gelbe“ kommt zurück

Von birg | 15.02.2014, 12:00 Uhr

Abfahrtszeiten vom Wittenberger Bahnhof demnächst wieder in Perleberg einsehbar

Rolf Decker – und neben ihm zahlreiche weitere Perleberger – ärgert dieser Zustand schon länger: Bis vor einiger Zeit war es auf dem hiesigen Bahnhof noch möglich, nicht nur alle Zugabfahrten- und -ankünfte bezogen auf Perleberg einzusehen, sondern auch die aller Züge, die vom Bahnhof Wittenberge starten bzw. dort halten. Dieses große, gelbe Plakat gehörte zum Service dazu, wurde viel genutzt. Seit dem vorletzten Fahrplanwechsel gibt es diesen Hinweis jedoch nicht mehr.

„Für mich war das auch insofern von Bedeutung, als dass ich stark sehbehindert bin und mir die entsprechenden Zeiten nicht so ohne weiteres auf dem Computerbildschirm, also im Internet, anschauen kann“, erzählt der Pensionär, der sich mit dem Problem an unsere Redaktion wandte. Auch eine Fahrkartenausgabe mit persönlicher Beratung, wie zum Beispiel in Wittenberge oder auch in Pritzwalk, gebe es leider in Perleberg nicht.

An den besagten Abfahrtsaushängen in Papierform kommen Menschen mit eingeschränkter Sehtüchtigkeit in der Regel besser zurecht, verdeutlicht Rolf Decker. „Ich habe zum Beispiel ein mobiles Lesegerät. Das muss man sich in etwa vorstellen wie ein Handy. Ich halte es vor das Plakat und kann mir so Buchstaben und Ziffern ausreichend vergrößern.“ Er weiß auch, dass es außer ihm noch eine Menge anderer Betroffener gibt, denen es ähnlich ergeht.

Zu den Gründen, warum der Aushang irgendwann in Perleberg fehlte, gab die Pressestelle der Deutschen Bahn AG in Berlin auf Nachfrage des „Prignitzers“ leider keine Auskunft. Auch nicht dazu, ob dies vielleicht ein so spezieller Service ist, dass man ihn nur an bestimmten Bahnhöfen bzw. bei besonderer Nachfrage anbietet. Fakt ist aber: Die Bahn reagiert und wird den Aushang mit den Abfahrtszeiten vom Bahnhof Wittenberge wieder in der Kreisstadt anbringen, und zwar bereits in der kommenden Woche.

Rolf Decker freut sich, denn er weiß aus eigener, langjähriger Berufserfahrung wie wichtig dieser Aspekt ist: „Ich habe als Zugbegleiter gearbeitet. Der Bahnreisende möchte einfach informiert sein.“ Was das angeht, machte er unlängst ein weiteres Defizit aus, vom dem Bahnnutzer in der Region betroffen sind: Seitdem die Linie Wismar-Cottbus (RE 2) nicht mehr von der Deutschen Bahn, sondern von der Odeg betrieben wird, fehlen auf den im Zug ausliegenden Faltblättern die ICE- und EC-Anschlüsse entlang der Strecke. Vielleicht, so Decker, lasse sich aber auch dies irgendwann nachbessern.