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Prignitz Blutspender gehen gratis in die Therme

Von Birgit Hamann | 06.11.2012, 06:56 Uhr

Wenn die gerade begonnene November-Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes beendet ist, dann wird die Bad Wilsnacker Kristall Kur- und Gradiertherme bislang insgesamt rund 10 000 Tageskarten für die Nutzung des Bades und der Saunalandschaft zur Verfügung gestellt haben.

Seit Juni 2010 bedanken sich DRK und Therme auf diese Weise zu ausgewählten Terminen bzw. Jahreszeiten bei den Spendern. Dieses Mal kommen nicht nur Blutspender im Landkreis Prignitz in den Genuss dieses Dankeschöns, sondern auch Spender aus den Kreisen Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel.

In der Therme wisse man, dass diese Termine stets besonders gut angenommen werden, so Betriebsleiterin Nicole Schlegel. Sie ist selbst Blutspenderin, viele ihrer Kollegen ebenfalls und nicht zuletzt auch Heinz Steinhart, Aufsichtsratsvorsitzender der Kristallbäder AG: "Ich bin jetzt 69, habe von Jugend an regelmäßig gespendet, bin von der Notwendigkeit absolut überzeugt, aber auch von der Tatsache, dass sich der Blutspender selbst etwas Gutes tut. Wir sind so gebaut, dass das Blut sich bei Verlust stets erneuert, also auch nach jeder Spende." Das sei ebenso positiv wie der Umstand, dass man als Blutspender nicht zuletzt einer turnusmäßigen gesundheitlichen Kontrolle unterliege.

Steinhart verweist darauf, dass im vergangenen Jahr acht Bäder der Unternehmensgruppe bundesweit Blutspendeaktionen mit insgesamt 24 000 Eintrittskarten unterstützten. Das entspreche einem Gegenwert von rund 500 000 Euro. Die Spenderzahl konnte mit dem Anreiz bei vielen Terminen bis aufs Dreifache erhöht werden.

Die von den sieben bundesweit tätigen DRK-Blutspendediensten gemeinsam ins Leben gerufene Initiative "Helfende Hände" richte sich an Unternehmen und Organisationen, die die Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz aktiv unterstützen möchten, berichtet Manuela Sterna, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Blutspendedienst Ost, der Brandenburg, Berlin und Sachsen umfasst. Die Wilsnacker Kristalltherme ist Partner der Initiative. "Viele erfolgreiche Unternehmen zeigen soziale Verantwortung und setzen sich für soziale Projekte ein. Dieses Engagement soll gewürdigt und als beispielhaft kommuniziert werden", verdeutlicht Manuela Sterna.

Statistisch gesehen spenden jeden Tag zirka 15 000 Menschen deutschlandweit rund 7500 Liter Blut für die Versorgung in ihrer jeweiligen Heimatregion beim DRK. In der Region Berlin, Brandenburg und Sachsen werden allein rund 1500 Blutkonserven täglich benötigt. "Mit einer Spende von einem halben Liter kann drei schwerkranken Menschen geholfen werden. Blut ist nicht künstlich herstellbar, die Gabe von Blutpräparaten bei vielen Krankheiten einzige Behandlungsmöglichkeit", erläutert Manuela Sterna.

Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Bei der ersten Spende sollte ein Alter von 65 nicht überschritten werden. Bis zum 71. Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt, der Gesundheitszustand lässt das zu. Bei einer ärztlichen Vor untersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell auf dem Termin geprüft. Bis zu sechsmal innerhalb eines Jahres dürfen gesunde Männer spenden, Frauen bis zu viermal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden liegen mindestens acht Wochen. Wer zur Blutspende geht, darf nicht vergessen, seinen Personalausweis mitzubringen.