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Rathaus Perleberg Blick von außen auf die Verwaltung

Von Doris Ritzka | 14.12.2017, 05:00 Uhr

Externer Gutachter nimmt Organisationsstruktur des Rathauses unter die Lupe

Unterm Strich: Die Stadtverwaltung ist gut aufgestellt, vor allem auch mit Blick auf die Aufgaben als Mittelzentrum in Funktionsteilung. So das Resümee von Michael Schäffer, Inhaber KTD Kommunaltreuhand Deutschland e.K. Als externer Gutachter hat er die Organisationsstruktur der Stadtverwaltung unter die Lupe genommen.

Seit März vergangenen Jahres wurden Gespräche mit Mitarbeitern geführt, Aufgaben analysiert, die Wirtschaftlichkeit betrachtet, sich die IT-Geschäftsprozesse angeschaut, die Stellen bewertet und 37 neue fixiert, um nur einige Kriterien der komplexen Untersuchung zu nennen. In der Stadtverordnetenversammlung gab Schäffer dazu einen ersten Bericht. Ein abschließender folgt, wenn dann alles aufgelistet und zu Papier gebracht ist.

Mit über 500 Aufgaben, die 60 sogenannten Produkten zugeordnet sind, haben die Mitarbeiter zu tun. Gemessen an anderen Städten sei das etwas mehr, aber für ein Mittelzentrum nicht ungewöhnlich. Es bestehe kein Grund zu Einschränkungen, so Schäffer, doch es gäbe durchaus noch Spielräume für andere Aufgabenschwerpunkte. Investitionen in elektronische Geschäftsprozesse seien hier dringend notwendig. 18 Vorschläge, zur Optimierung von Prozessen gebe es. Als Beispiel führte Schäffer an, die Einrichtung eines Bürger- und Besucherzentrums, wo alle Aufgaben gebündelt sind und man den direkten Draht zum Bürger habe und umgekehrt.

Man habe überaus motiviertes Personal in der Stadtverwaltung angetroffen, doch die Altersstruktur verdeutliche, dass man die Nachwuchsgewinnung im Auge behalten müsse. In 15 Jahren werde man sonst nur noch jede zweite Stelle besetzen können.

Stichwort: Flexibilität interkommunaler Zusammenarbeit. Die Mitarbeiter selbst reagieren darauf noch sehr zurückhaltend. Doch vieles sei da machbar, wo eine allgemeine Ausbildung die Voraussetzung sei.

Interessant sei nun der zweite Schritt, führte Thomas Domres (Linke) an. Was erwartet der Bürger, was die Unternehmen von der Verwaltung? Schäffer bestätigte das. Aus Erfahrung wisse er, dass man als Verwaltung besser dastehe, als man erwarte. Man werde auch diese Fragestellung noch betrachten.

Rainer Pickert (CDU) betonte, dass der Städte- und Gemeindebund den Reformbedarf unterstrichen habe. „Wenn nicht von unten entsprechende Vorschläge kommen, dann reden wir in einem Jahr wieder über eine Kreisgebietsreform.“ Seine Anregung: Mit dem Abschlussbericht auch ganz konkret Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit zu formulieren.