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Der Prignitzer Bauernopfer

Von Detlef Drewes | 20.10.2009, 07:06 Uhr

Europa macht noch einmal Geld für die Milchbauern locker.

Aber auch das wird keine Ruhe an den Fronten bringen. Zu sehr haben sich beide Seiten auf ihre Positionen versteift, die nicht vereinbar sind: Die Landwirte wollen das System der staatlichen Produktionsregulierung fortschreiben, die EU lehnt dies ab. Mit Recht. 25 Jahre Milchquote haben gezeigt: Europa kann keinen Wirtschaftszweig am Leben erhalten, indem es seine Produkte aufkauft, einlagert und in die Dritte Welt verhökert. Der Markt muss auf den Höfen ankommen. Die aber muss man dafür auch fit machen, indem man ihnen unternehmerische Freiheiten gibt, die sie noch nicht haben. Das beginnt bei berufsständischen Zusammenschlüssen, die machtvoll in Preisverhandlungen mit Einzelhandelsketten gehen und endet bei Investitionen, die ein Bauer tätigen kann, ohne dafür in Brüssel um Erlaubnis zu fragen. Dennoch ist es an der Zeit, dass auch bei den Betroffenen wieder so etwas wie Realismus einkehrt. Reparaturen an der Quote wird es nicht mehr geben. Nicht zuletzt deshalb, weil Landwirte in vielen Regionen der Gemeinschaft dokumentieren, dass es durchaus auch ohne Diktat aus Brüssel geht.