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Sturmtief zieht über die Prignitz „Barbara“ kappte Stromleitungen

Von cihd | 27.12.2016, 21:00 Uhr

Fast 1700 Prignitzer saßen in der Sturmnacht zeitweise im Dunkeln / Nur wenige Einsätze für die Feuerwehren

Als Sturmtief Barbara in der Nacht zu gestern über die Prignitz zieht, gehen mancherorts die Lichter aus, teilweise über Stunden. Am Montagabend häufen sich so auch auf unserer Facebook-Seite die Berichte über Schwankungen oder Ausfälle im Stromnetz.

Leserin Antje Oeßer berichtet, dass der Strom in Stavenow zeitweilig ausgefallen ist. Gleiches meldet unsere Nutzerin Cora Welle aus Pröttlin. Und Doreen Schmidt ergänzt „Nebelin, Mellen, Lenzersilge waren auch schon kurzzeitig auf Kerzen angewiesen!“ Ist aus diesen Teilen der Gemeinde Karstädt nur von kurzzeitigen Unterbrechungen zu hören, so melden Tommy Schmidt aus Groß Warnow und Marlen Leberecht aus Pinnow einen Ausfall von 19 Uhr bis etwa 20.50 Uhr. Unser Leser Sven Kirsch schrieb aus Kletzke, dass dort gegen 22 Uhr der Strom ausfiel. Unser Facebooknutzer Sven Volkmann berichtet: „Habe eben bei der Störungsnummer angerufen, es wurde gesagt, dass von Burghagen über Krampfer bis hin nach Glöwen alle Leitungen tot sein sollen. Bis maximal 0 Uhr soll der Schaden aber behoben sein“, macht er den anderen Kommentatoren Mut.

Michael Enigk, Pressesprecher der Wemag in Schwerin, listet die Schäden für die Prignitz auf. „Es gab zwischen 21.50 Uhr bis etwa 22.55 in Krampfer eine Störung an der 20-Kilovolt-Leitung. Davon waren etwa 720 Kunden betroffen. Dann gab es nachts zwischen 2 und 3 Uhr eine Störung an einer 20- kV-Leitung an der Karthane in Wittenberge. Davon waren ungefähr 390 Kunden betroffen.“ Am längsten dauerte es jedoch an einer Leitung an der A14 auf Höhe Karstädt. Dort sei zwischen 15.10 Uhr und 19.40 Uhr kein Strom geflossen. Etwa 570 Kunden sind laut Wemag von dieser Störung betroffen gewesen.

Der letzte Sturm im November hatte die Freileitungen in der Prignitz weitgehend verschont und tobte sich eher um Schwerin aus, nun aber war die Region um Perleberg und Wittenberge verstärkt betroffen. „Wir hatten auf ganz vielen Leitungen leider Störungen, weil Bäume oder größere Äste drauf gestürzt sind. Unsere Mitarbeiter waren die ganz Nacht unterwegs, neben der Prignitz gab es auch in Mecklenburg rund um Güstrow und Lübz einige Großstörungen.“ Trotz des Feiertages habe die Schadensbehebung gut geklappt. „Wir haben durchgängig immer Bereitschaftsdienste, die haben wir alle kurzfristig mobilisiert. Dazu kommen beauftragte Firmen und es haben sich noch Mitarbeiter aus anderen technischen Bereichen sogar freiwillig gemeldet“, schildert Wemag-Pressesprecher Michael Enigk.

Im Vergleich zu den Schäden, die Orkan Kyrill im Januar 2007 anrichtete, so erinnert sich Enigk, sei „Barbara“ aber nur ein mittelschwerer Sturm. Insgesamt waren ca. 6700 Kunden, verteilt im gesamten Netzgebiet, betroffen, 1680 Kunden allein in der Prignitz. Ab 3.10 Uhr waren alle betroffenen Mittelspannungsleitungen wieder komplett in Betrieb. Vereinzelt konnte es auch gestern im Laufe des Tages durch Reparaturarbeiten und Umschaltungen zu Unterbrechungen der Stromversorgung kommen. Das Netzgebiet der Wemag erstreckt sich über etwa 8000 Quadratkilometer und umfasst weite Teile Westmecklenburgs sowie Teile von Brandenburg und Niedersachsen.

Bei der Polizeiinspektion Prignitz in Perleberg sind keine witterungsbedingten Schäden, die einen Einsatz der Beamten nötig machen, aufgelaufen, so Pressesprecher Frank Lubatsch auf Nachfrage. Montagnachmittag um 15.39 Uhr rief der Pieper die Kameraden der Perleberger Feuerwehr zum Einsatz. Baum auf der B 189 alt, lautete die Meldung. Mit drei Fahrzeugen rückte die Wehr aus. Der Baum entpuppte sich allerdings nur als Ast, den die Kameraden kurzerhand von der Fahrbahn zogen. Damit war der Einsatz dann auch schon beendet.

Die Wittenberger Kameraden wurden zu zwei Sturmeinsätzen gerufen. Gegen 17 Uhr kam die Meldung, dass in Höhe der Elbbrücke ein Baum auf die Fahrbahn ragte. Beim Eintreffen der Feuerwehr war eine Hilfeleistung nicht mehr nötig, die Fahrbahn war wieder frei. Am zweiten Einsatzort in der Bad Wilsnacker Straße war ein Baum auf zwei Autos gekippt. Die Feuerwehrleute schnitten den Baum zurück.