Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Wittenberger Kulturbetrieb nimmt Geld in die Hand Badewelt: Lift wird doch repariert

Von baha | 16.02.2014, 08:00 Uhr

Seniorenbeirat regt außerdem mobile Treppe zum Beckeneinstieg an. Kultur- und Tourismusbetrieb skeptisch.

Nach der kategorischen Absage im vergangenen Jahr soll nun 2014 doch der Lift in der Schwimmhalle repariert werden. Der Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb, in dessen Verantwortungsbereich die Prignitzer Badewelt gehört, hat für die Instandsetzung 20 000 Euro in seinem Haushalt eingeplant. „Wir haben die feste Absicht, den Lift reparieren zu lassen, hängen aber mit am Haushalt der Stadt und sind damit auf dessen Genehmigung angewiesen“, sagt Hans-Jürgen Döllefeld auf die Frage, wie schnell das Vorhaben in Angriff genommen werden kann.

Genau ein Jahr ist es her, da hat der „Prignitzer“ nach Hinweisen mehrerer Leser zu dem defekten Lift in der Prignitzer Badewelt recherchiert. Dieser Aufzug führt in das erste Obergeschoss. Dort befinden sich eine Physiotherapiepraxis und der Zugang zur großzügigen Saunalandschaft. Menschen mit Handicap fällt der Weg dort hinauf logischerweise leichter, wenn sie nicht die Treppen erklimmen müssen. Allerdings, das sagte bereits im vergangenen Jahr Badleiter Christian Maasch, sei der Lift, als er noch in Betrieb war, relativ wenig benutzt worden. Seit rund drei Jahren bewegt sich der Lift aber nun gar nicht mehr. „Im Interesse der behinderten Gäste in unserer Einrichtung nehmen wir das Geld für die Reparatur in die Hand“, sagt Döllefeld.


Der Aufwand ist sehr groß

Deutlich ungünstiger sind die Prognosen in Sachen zusätzliche Treppe. Der Seniorenbeirat der Stadt hat jetzt an den Bau- und Wirtschaftsausschuss die Anregung herangetragen, für die Schwimmhalle eine mobile Treppe anzuschaffen. Mit solch einer Treppe hätten Menschen mit Handicap einen leichteren Zugang zu den Becken, argumentiert der Beirat, wohl wissend, dass die Schwimmhalle einen Behindertenlift für das Sportbecken vorhält. Aber nicht jeder Bürger möge sich diesem Lift anvertrauen, heißt es. Eine mobile Treppe täte es auch. Der Bauausschuss leitete die Anregung an den KSTW und den zuständigen Werkausschuss weiter. Der KSTW-Chef hat recherchiert. „Wenn für den Aufbau einer solchen zeitweisen Treppe zwei Mitarbeiter benötigt werden und die Montage, die an bestimmte Sicherheitsbedingungen geknüpft ist, 20 Minuten dauert, scheint mir das für die Schwimmhalle unpraktikabel“, schätzt Döllefeld ein. Zumal jeweils ein Beckenteil gesperrt werden müsste. Döllefeld verweist auf den Behindertenlift, mit dem ein gefahrloser Zugang in das große, also das Sportbecken möglich ist.

„Wir als Betreiber schließen uns voll und ganz dieser Sicht an“, sagt Lutz Lange für die Bäder GmbH. Wer Schwierigkeiten habe, über die in das Becken führende Leiter zu klettern, könne den Lift benutzen. Alle Mitarbeiter seien im Umgang damit geschult. Außerdem sei das Erlebnisbecken mit einer Treppe ausgestattet, so Lange weiter. Mit einer Tiefe von 1,30 Metern sei auch dort einiges an Bewegung und auch schwimmen möglich.