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Perleberg Aus für Kita „Bellagio“ am 31. Dezember

Von Doris Ritzka | 01.12.2017, 05:00 Uhr

Stadt sucht Kontakt zu neuem freien Träger/ Verwalter signalisiert geringeren Mietzins

Ab 31. Dezember ist Schluss in der Kita „Bellagio“. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen funktioniere nur eine Betreibung der vier Einrichtungen – Kitas „Happy Kids“ und „Märchenschloss“, der Krippe „Happy Little Kids“ in Wittenberge sowie Kita „Bellagio“ in Perleberg – im Verbund, so die Aussage von Bärbel Mernitz gegenüber Bürgermeisterin Annett Jura. Am Donnerstag war die Betreiberin mit ihrem Sohn Florian und der Steuerberaterin zum Gespräch im Rathaus. Im Vorfeld hatte sie ein fünfstelliges Defizit bei den Betriebskosten angekündigt, was bei den Eltern große Besorgnis hervorrief. Und wie sich zeigt nicht unbegründet.

Ziel: Neuer freier Träger

Der Vorschlag der Stadt, Mernitz mögen prüfen, ob eine weitere Betreibung nur des Hauses in Perleberg möglich sei, war somit schnell ad acta gelegt. Gleichso das Angebot der Stadt, abermals zu prüfen, ob möglicherweise eine Vollfinanzierung gewährt werden könne. Das hieße aber seitens der Betreiberin, alle entsprechenden Unterlagen beizubringen, Einnahmen und Ausgaben offen zu legen.

Wie nun weiter? „Ich bin dabei, einen freien Träger zu kontaktieren, der bereits Interesse gezeigt hat, in Perleberg eine Kita zu betreiben“, so die Bürgermeisterin. Ein mündliches Signal, das zumindest etwas optimistisch schon stimmt, hat sie derweil bereits vom Eigentümer und Verwalter, der Avia und Solution GmbH an die Mernitz 2015 die Einrichtungen verkauften. Er sei bereit, auch länger als ein halbes Jahr verminderte Mieteinnahmen für das Haus zu verlangen. Das bedarf aber noch genauer, fest fixierter und detaillierter Absprachen, so die Bürgermeisterin. Denn nur mit dem Haus sei es nicht getan.

Geht die Rechnung mit dem angedachten freien Träger aber nicht auf, dann „stellen wir als Stadt den Antrag auf Betreibung der Einrichtung“, betont die Bürgermeisterin. Ob als kurzfristige Lösung gedacht, um dann eine neue komplexe für die Kinder und Erzieher zu finden, oder ob es bereits die Lösung sein werde, dass könne sie noch nicht sagen. „Wir können nur von Tag zu Tag entscheiden, arbeiten aber mit Hochdruck an einer Lösung“, unterstreicht Annett Jura. Stehenden Fußes werde man sich erneut mit dem Landkreis in Verbindung setzen, um ganz schnell eine entsprechende Betriebserlaubnis zu erhalten. „Da bin ich aber ganz optimistisch, dass man uns hier nach allen Kräften unterstützt.“

Gegenüber der Bürgermeisterin hatte Bärbel Mernitz zugesichert, am Donnerstag die Kita „Bellagio“ darüber zu informieren, dass sie keine Möglichkeit sehe, die Kinder über den 31. Dezember hinaus hier zu betreuen.