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Perleberg Arbeitsgruppe soll Fall Knüvener aufarbeiten

Von hata | 20.02.2014, 20:11 Uhr

Vorstellung zur inhaltlichen, organisatorischen, strukturellen und personellen Gestaltung des Museums gefordert

Die heiße Debatte auf der gestrigen Stadtverordnetenversammlung zum Schluss. Das Thema: Museum und der Weggang von Dr. Peter Knüvener, bis dato wissenschaftlicher Mitarbeiter. Zwei Anträge – einer von den Linken ein zweiter gemeinsamer von SPD, CDU und FDP – lagen vor. In modifizierter Fassung fanden beide dann mehrheitlich auch Zustimmung.

Für die Linke betonte Fraktionsvorsitzender Thomas Domres unter anderem die Aktivitäten von Dr. Knüvener insbesondere im kulturell-wissenschaftlichen Bereich. Sein Weggang sei ein großer Verlust für die Stadt. Man sei alles andere als glücklich mit der Situation. Man wolle aber nach vorn schauen, zugleich darüber nachdenken was gelaufen ist und wie ein künftiges Konzept aussehen muss. Zeitgemäß, modern, den Ansprüchen der Besucher gerecht werdend und dabei auch eine stärkere Vernetzung mit dem Wittenberger und anderen Museen aus der Region anstreben, so Domres. „Mit Dr. Knüvener hätten wir alles das schaffen können. Die große Chance haben wir vertan“, unterstrich Hartmut Schneider, Fraktionsvorsitzender der SPD, der zugleich auch für die CDU und FDP sprach. Statt eines Konzeptes, wie von der Linken angeregt, soll der Bürgermeister bis spätestens Ende des III. Quartals nun seine Vorstellungen zur künftigen inhaltlichen, organisatorischen und strukturellen Gestaltung des Museums der Stadtverordnetenversammlung vorlagen. Darin eingebunden dann auch die Vorstellungen hinsichtlich der Personalausstattung und -führung. Zudem soll eine breite öffentliche Diskussion über die Vorstellungen, organisiert von für die Kultur zuständigen Ausschuss, wissenschaftlich begleitet werden. In insgesamt vier Punkten wird festgeschrieben, wie es nun in Sachen Museum, einschließlich Umbau und terminlicher Einhaltung der Planungen weiter gehen soll. Domres: „Mit einem Beschluss schaffen wir Verbindlichkeit, auch um verloren gegangenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen. Mit 19 Ja-Stimmen votierten die Stadtverordneten für den Antrag.

Im Antrag von CDU, FDP und SPD verständigte man sich darüber, dass eine Arbeitsgruppe die Gründe und Umstände aufarbeiten soll, die Dr. Knüvener bewogen haben, zu kündigen. Hartmut Schneider. „Der junge Mensch ist gegangen, weil er es hier nicht mehr ausgehalten hat.“ Auch Rainer Pickert, CDU-Faktionsvorsitzender machte deutlich, das hier viele Fragen auf eine Antwort warten. Das wurde auch in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung deutlich. Kerstin Süske fragte unter anderem, welche Möglichkeiten der Bürgermeister genutzt habe, die Personalie entsprechend der Bedeutung eines Stadt- und Regionalmuseums zu prüfen. „Kann es sich Perleberg leistern, so eine renommierte Fachkraft gehen zu lassen?“

Dieter Kreutzer, Vorsitzender des Bürgervereins, unterstrich die enge und und überaus konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Verein und dem Museum. Um so unverständlicher sei, dass der Link vom Museum zum Bürgerverein auf Anweisung von der Homepage genommen werden musste.

Ulrich Klieforth, der seit Jahren dem Museumsbeirat angehöre, kritisierte, dass man dieses Gremium in der so schwierigen Situation nicht mit eingebunden worden sei.

Viel Kritik, viele Fragen und die Hoffnung, dass die Arbeitsgruppe Antworten findet.