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Perleberg Anonyme Drohung

Von Hanno Taufenbach Thomas Bein | 04.09.2009, 05:19 Uhr

Gegen das Gymnasium Perleberg hat es eine anonyme Drohung gegeben. Schule und Polizei reagierten, aber Eltern kritisieren die zu späte Information. Seit gestern sei die Gefahr gebannt.

Der genaue Inhalt der Drohung ist öffentlich nicht bekannt. Fest steht, dass am Mittwoch am Gottfried-Arnold-Gymnasium in Perleberg ein anonymer Brief einging, in dem allgemeine Drohungen ausgesprochen wurden. Das bestätigten gestern auf Nachfrage die Prignitzer Polizei und das Staatliche Schulamt Perleberg in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Durch Polizei und Schule seien sofort notwendige und vorsorgliche Maßnahmen eingeleitet worden, heißt es weiter. Da die Drohung offenbar zeitlich auf 24 Stunden begrenzt war, urteilte die Polizei gestern, dass "eine Gefährdung für das Gymnasium auszuschließen" sei.

Einigen Eltern genügte das offenbar nicht. Nach Informationen unserer Redaktion ließen mehrere ihre Kinder zu Hause. Familie Bernd Uwe Arndt aus Berge wandte sich gestern persönlich an den "Prignitzer": "Die Kinder bekommen jeder einen Handzettel mit, wie sie sich bei der Schweinegrippe verhalten sollen. Wenn aber eine Bedrohung gegenüber der Schule ausgesprochen wird, mit der das Leben und die Gesundheit der Kinder ganz klar bedroht werden, hüllt man sich in Schweigen", kritisierte der Vater.

Da die Schule geschwiegen habe, blieben seine Kinder zu Hause. "Wenn wir als Eltern wüssten, was los ist, man klar mit uns reden würden, könnten wir die Situation vielleicht auch anders einschätzen und anders damit umgehen", so Bernd Uwe Arndt. Weder vom Staatlichen Schulamt Perleberg, noch von der Polizei, noch von der Schulleitung habe es bis gestern früh Informationen gegeben. "Sicherlich soll man keine Panik machen und Ängste schüren", lenkte Arndt ein, "aber keine Information lässt sehr viel Raum für Spekulation und Ängste."

"Ja, wir hatten am Mittwoch eine Drohung erhalten", sagte gestern Schulleiter Veit Goralczyk-Pehl. Umgehend habe er Polizei und Schulamt informiert. Die Kripo sei wenige Minuten später eingetroffen. Die Polizei blieb vor Ort, habe die Schule auch am Donnerstag mit Beamten in zivil gesichert.

"Oberstes Gebot war, eine Panik zu vermeiden", unterstrich Veit Goralczyk-Pehl. Die Drohung sei anonym und keinesfalls konkret gewesen. "In jeder Krisensituation sofort von einem möglichen Amoklauf zu sprechen, dieses übers Internet oder per SMS zu verbreiten, halte ich für unverantwortlich", betonte Pehl. Man könne nicht bei jeder anonymen Drohung sofort die Schule schließen.

Es stimme, dass Türen der Schule verschlossen waren, aber nur für den Zugang von außen. Schüler und Lehrer hätten das Gebäude verlassen können. "Den einzigen freien Zugang ins Gebäude haben die Beamten überwacht", so Goralczyk-Pehl, der gestern in einem Brief die Eltern seiner Schüler informieren wollte.