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Perleberg Adebar rastet auf Straßenlaterne

Von birg | 15.03.2013, 09:20 Uhr

Auf einer Straßenlaterne am Grahlplatz richtete sich ein Weißstorch häuslich ein.

Diesen Eindruck zumindest erhielt man gestern früh, wenn man den Adebar beobachtete. Ausführliche Morgentoilette war angesagt, das Gefieder gepflegt, nach dem Wetter geschaut …

Anwohner hatten den "Prignitzer" informiert. Der Storch soll auch die Nacht davor auf der Lampe verbracht haben. Vermutlich strahlte sie ein klein wenig Wärme ab, so dass der Frost besser zu ertragen war. Kälte, so Falk Schulz, mache den Weißstörchen allerdings nicht so viel aus. Wie der ehrenamtliche Weißstorchbetreuer des Nabu im Landkreis Prignitz erläutert, werden die Tiere auch auf ihrem Zug sowie in den Überwinterungsgebieten mit Kältephasen konfrontiert. Nahrung suchen sie sich bei dieser Witterung beispielsweise an den offenen Fließgewässern. Außerdem sei Meister Adebar in der Lage, seinen Aktivitätsmodus und somit seinen eigenen Energiebedarf herunterzufahren. "Der Storch steht dann einfach nur ruhig da, mitunter auch im Wasser, denn das ist ja momentan wärmer als die Luft", verdeutlicht Falk Schulz.

Dieser wie auch andere Weißstörche, die bereits in der Prignitz angekommen sind, gehören zu den so genannten Westziehern, überwintern also in Spanien oder Frankreich oder auch in hiesigen Vogel- bzw. Tierparks. "Das Gros wird bei uns Mitte April eintreffen. Die Ostzieher aus den afrikanischen Überwinterungsgebieten machen etwa 80 bis 90 Prozent unseres Storchenbestandes aus", so Falk Schulz. Ob der Storch vom Grahlplatz im Stadtgebiet bleibt, ist eher unwahrscheinlich. "In den vergangenen Jahren brütete in Perleberg kein Storchenpaar", stellt der Experte klar - verweist aber auf die Ortsteile Dergenthin, Quitzow und Rosenhagen. Das seien sichere Posten.