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Lokales

15. Dezember 2017 | 13:15 Uhr

Perfekt: Domschule wird Gymnasium

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erstellt am 17.Mai.2010 | 10:08 Uhr

Güstrow | Seltsame Kulisse gestern Vormittag vor der Domschule in der Güstrower Kerstingstraße. Vor dem Gebäude stehen ein Tisch mit einer weißen Decke, Blumen und zwei Mappen sowie zwei Stühle. Es sind die Utensilien für das Unterzeichnen eines Vertrages, des Mietvertrages für die Domschule.
Minuten später machen Unterschriften von Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt und von Landrat Lutz da Cunha sowie die Siegel beider Verwaltungen den Vertrag perfekt. Damit vollziehen die Barlachstadt Güstrow und der Landkreis Güstrow ihren Willen, den Standort des John-Brinckman-Gymnasiums mit einem dritten Teil - der Domschule - zu sichern. Beschlüsse der Stadtvertretung und des Kreistages bildeten dafür die Grundlage (wir berichteten).
Sowohl Schuldt als auch da Cunha lobten die Entscheidung als Beitrag für eine beispielhafte "interkommunale Zusammenarbeit", in der beide Verwaltungen ihre Vorzüge einbringen und sie gemeinsam nutzen. Zur Erinnerung: Die Stadt vermietet auf 20 Jahre das Gebäude an den Landkreis, der Schulträger des Gymnasiums ist. Die Miete dient dazu, die Sanierungskosten zu refinanzieren. Was der Landkreis nicht darf, übernimmt die Stadt: den Ausbau der Schule. Schuldt: "Sie liegt im Sanierungsgebiet Altstadt und deshalb konnte die Stadt Fördermittel beantragen. Die wurden genehmigt."
Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Gefördert wird bis zu 75 Prozent. Die Stadt zahlt ein Drittel der Fördersumme und die restlichen 25 Prozent der Gesamtsumme. Die Sanierung dauert bis 2013. Bürgermeister Schuldt hofft, dass der Mietpreis noch gesenkt wird, wenn das zinsgünstige Darlehen aus dem kommunalen Aufbaufonds in ein nicht zurück zuzahlenden Zuschuss umgewandelt wird. Auch Landrat da Cunha betont, dass die Bildung eines gymnasialen Schulcampus in der Güstrower Innenstadt der beste Weg gewesen sei, um diesen Standort für die Zukunft zu sichern.
Die Idee allerdings entstand aus der Not und da Cunha "trug gestern deshalb auch eine Träne im Knopfloch". Denn die abnehmenden Schülerzahlen in Güs trow ließen es im vergangenen Jahr zur Gewissheit werden: Die Barlachstadt Güstrow hat nur noch Schüler für ein Gymnasium. Nach einer kontrovers geführten Debatte "Gesamtschule Barlach und Müntzer oder Zusammenlegung der beiden Gymnasien am Standort Brinckman" in der Öffentlichkeit und im Kreistag entschieden sich die Kreistagsmitglieder letztlich mehrheitlich für das Zusammengehen von Barlach- und Brinckmangymnasium in der Innenstadt.
Für Helmut Hickisch, Leiter des Brinckmangymnasiums, ist das ebenfalls der richtige Weg, vor allem auch mit dem Ausbau der Domschule zum dritten Teil nach Teil 1 am Wall und Teil 2 am Goetheplatz. Für Hickisch war es immer ein Traum, dass das Brinckmangymnasium in der Tradition der über 450 Jahre alten Domschule auf diese Weise doch noch der "unmittelbare Nachfolger" der Schule wird. Das Gebäude der Domschule, das 1579 bezogen wurde, ist der älteste Schulbau in Mecklenburg.

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