zur Navigation springen
Lokales

21. November 2017 | 11:11 Uhr

Pendler-Frust über ausbleibende Züge

vom

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2011 | 06:31 Uhr

Ludwigslust | Während Bahnreisende gestern frühmorgens vergeblich auf das Eintreffen ihres Zuges auf den Bahnsteigen des Ludwigsluster Bahnhofes warteten, war der bundesweite Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) längst auch in der Lindenstadt eingetroffen. Besonders Pendler traf der Ausfall des Zugverkehrs. Der Unmut darüber war zu spüren und zu hören. Es gab aber auch wenige Wartende mit positiven Meinungen, die mit Verständnis und Geduld auf den bis 10 Uhr angekündigten Lokführerprotest reagierten.

Völlig aus der Zeitschiene sprang für Gymnasiallehrerin Doreen Neupauer und ihre siebte Klasse vom Ludwigsluster Goethe-Gymnasium gestern der Tagesausflug nach Schwerin. Während die Schüler mit dem unverhofften Reisestopp gleich zu Beginn des Bildungstages keine Probleme hatten, bedeutete diese Ausnahmesituation für die Klassenlehrerin und die Begleitperson maximalen Stress: Es fuhr kein Zug nach Schwerin, ein als Ersatztransport angebotener Bus kam auch nicht. "Dann warten wir eben, bis der Arzt kommt", tat ein Schüler die Geduldsprobe ab.

Diese Zeit hatte die Rostockerin Juliane Swenson nicht. Die Lehrerin arbeitet in Ludwigslust und Rostock, pendelt täglich zwischen den Städten. Gestern um 9 Uhr rief sie ihren Arbeitgeber in der Hansestadt vorsichtshalber an und warnte vor. Die 27-Jährige hatte jedoch Verständnis für den Streik: "Für gleiche Arbeit müsse gleiches Geld gezahlt werden." Rentnerin Christel Elle ging von ihrem Heimatbahnhof wieder nach Hause. Sie wollte gestern, wie so oft, mit der Bahn nach Bad Wilsnack zum Baden: "Der Streik geht in Ordnung. Die Lokführer tragen eine große Verantwortung, da darf es keine Zweiklassengesellschaft geben."

Nicht auf der GDL-Streikschiene war Jennifer Roßmannek aus der Lindenstadt. Für die 24-Jährige traf seit 7.23 Uhr kein Zug ein, um nach Hamburg zu gelangen: "Ich finde den gewählten Zeitraum für den Streik unerhört. Wir Pendler bezahlen doch auch die Löhne der Lokführer." Wie diese Bahnnutzerin sind auch Stefanie Möller aus Lübesse und Melanie Gercke aus Prislich auf tägliche und pünktliche Verbindungen angewiesen. Auch sie standen sich gestern früh die Beine in den Bauch. Die Angestellte aus Lübesse musste sogar einen Tag ihres Jahresurlaubs für das Fehlen am Arbeitsplatz durch den Streik nehmen. Die in Hamburg arbeitende Mutter aus Prislich meinte hingegen: "Ich sehe den Streik mit gemischten Gefühlen. Für mich bedeutet er langes Warten und ärgerlichen Verdienstausfall. Andererseits müssen die Lokführer sich für ihre Ziele auch mit ihrem Streikrecht einsetzen dürfen."

Puren Stress mit ärgerlichen wie verständnisvollen Fragenden erlebte Bahnbedienstete Birgitt Johns gestern am DB-Infoschalter. Sie blieb freundlich und cool, versuchte das für sie Machbare an diesem Streiktag zu bewerkstelligen und erhielt durchaus auch dankende Worte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen