An falsche Adresse geschickt : Peinliches Datenleck beim WAZV Parchim/ Lübz

Ein Schreiben hätte gereicht: Der WAZV schickte einem Mestliner gleich die Infos für die Nachbarn mit. Foto: Bölsche
Ein Schreiben hätte gereicht: Der WAZV schickte einem Mestliner gleich die Infos für die Nachbarn mit. Foto: Bölsche

Brisante Panne beim Wasser- und Abwasserzweckverband WAZV Parchim/Lübz. Schreiben an Bürger, die Widerspruch gegen Anschlussbeitragsbescheide eingelegt hatten, landeten bei einem Mestliner.

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02. Mai 2012, 11:17 Uhr

Parchim/Mestlin | Brisante Panne beim Wasser- und Abwasserzweckverband WAZV Parchim/Lübz. Schreiben an Bürger, die Widerspruch gegen Anschlussbeitragsbescheide eingelegt hatten, landeten bei einem Mestliner.

Der WAZV wird morgen sicherlich einen dicken Brief von Werner Benthin aus Mestlin erhalten. Darin sind gleich 12 (!) Schreiben an andere Adressaten enthalten, die der WAZV zuvor in einem Großbriefumschlag an die Familie Benthin gesendet hatte.

"Ich war ganz erstaunt, als ich den Brief öffnete und darin außer ein an mich adressiertes Schreiben elf weitere fand", sagt der 79-jährige Rentner, dem es nach einer Operation gesundheitlich langsam wieder besser geht. "Soll ich jetzt etwa den Postboten spielen, damit der WAZV die Portogebühren spart", merkt er leicht ironisch an. Nicht nur in Mestlin, sogar bis nach Vimfow müsste er die Post austragen, denn bis dorthin reichen die Adressen.

Der Inhalt der Schreiben des WAZV betrifft Bestätigungen über einen anwaltlichen Widerspruch zu den kürzlich ergangenen Gebührenbescheiden zu den Abwasser und Trinkwasseranschlüssen. Also ein Inhalt, der aus datenschutzrechtlichen Gründen wohl keinen Dritten etwas angeht. Werner Benthin könnte nun genau wissen, wer Widerspruch eingelegt hat und welcher Anwalt den Betreffenden vertritt, dazu könnte er Aktenzeichen und Beitragsbescheidnummer erfahren.

Der WAZV hat Glück gehabt, dass der 79-Jährige sich nicht in anderer Leute dinge einmischt und gleich die elf fremden Schreiben eingetütet hat und dem WAZV zurückschickt.

Bleibt nur zu hoffen, dass nicht noch mehr "Sammelbriefe" unterwegs sind. Am gestrigen Feiertag war niemand für Stellungnahmen zu erreichen. Reinhard Dankert, der Datenschutzbeauftragte des Landes MV, merkt grundsätzlich an: "Wo immer Sie persönliche Daten offenbaren, alle Stellen speichern Informationen über ihre Kunden. Der Datenschutz soll gewährleisten, dass mit diesen Daten sorgsam umgegangen wird, nicht mehr Informationen über Sie gesammelt und verarbeitet werden, als tatsächlich erforderlich sind, und Ihre persönlichen Daten nur derjenige erhält, der sie von Rechts wegen auch haben darf."

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