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Lokales

18. November 2017 | 00:24 Uhr

Pegelstand in Rekordnähe denkbar

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2011 | 06:36 Uhr

Prignitz/Dömitz | 7,25 Meter am Elbpegel Wittenberge. So lautete gestern die ungesicherte Prognose des Landesumweltamtes für kommenden Sonntag. Das wären nur neun Zentimeter unter dem Wasserstand von 2002. "Aber noch immer ist kein Scheitel absehbar", sagt Mitarbeiter Norbert Albs während der ersten Sitzung des kreislichen Hochwasserstabes.

Landkreis, Wasser- und Schifffahrtsamt, Bundeswehr, THW und Feuerwehr beraten. Bürgermeister und DRK sitzen mit am Tisch. Die ersten Maßnahmen werden beschlossen: Ab heute gilt Alarmstufe III, Deichläufer werden ihre Arbeit aufnehmen. Dass die Alarmstufe IV bei 6,70 Meter bis Freitag ausgerufen wird, bezweifelt niemand in dieser Expertenrunde. Offen ist, wie hoch die Elbe wirklich steigt und wie lange das Wasser stehen wird.

Ein Fakt wirkt beruhigend: "Noch nie hatten wir so gute Deiche. 92 Prozent der rund 70 Kilometer Elbdeich sind saniert", sagt Bernd Lindow, Leiter der Unteren Wasserbehörde. Andere Fakten sind weniger gut: Fast sämtliche Zuflüsse oberhalb Wittenberges führen Hochwasser, die Böden sind aufgeweicht, der Grundwasserspiegel enorm hoch, das Tauwetter in den Bergen hält an. "Es gibt nirgends Reserven, die Wasser aufnehmen könnten", fasst Landrat Hans Lange zusammen. Eine Flutung der Havelpolder wie 2002 geschehen, sei unwahrscheinlich. "Der Havelschlauch ist bereits voll", so Lange.

Ausreichend Sandsäcke stünden zur Verfügung. Im Landeslager liegen fast drei Millionen Stück bereit, informiert Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Katastrophenschutz. Eine Deichbefestigung werde angesichts aufgeweichter Böden aber kompliziert. Auch das ist ein Unterschied zu Sommer 2002 und April 2006.

Auf Wasser im Keller müssen sich mehrere Prignitzer einstellen, garantiert Gehöfte im Breeser Stepenitzgrund, so Bernd Lindow. Bereits gestern Nachmittag standen Abschnitte des Schwarzen Weges von Wittenberge nach Breese unter Wasser.

Parallel zur Elbe werde die Stepenitz weiter steigen, sich die Wiesen füllen. Gut beraten seien alle Haushalte in Wassernähe, ihre Keller gegebenenfalls zu räumen.

Offen bleibe, ob der Landrat Katastrophenalarm auslösen muss. Das sei nicht automatisch bei Warnstufe IV der Fall, "sondern nur, wenn wir mit eigenen Kräften die Lage nicht stabil halten können", erklärt Hans Lange.

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