zur Navigation springen

Hochwasseralarm an Elbe und Stepenitz : Pegel der Flüsse steigen weiter

vom

Hochwasseralarm an Elbe und Stepenitz - Heute soll an der Elbe, Pegel Wittenberge, die Alarmstufe III ausgerufen werden. Bei Dömitz hat das Hochwasser die Marke 5,80 Meter erreicht. Der Scheitel wird Sonntag erwartet.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2011 | 08:10 Uhr

Prignitz | Hochwasseralarm an Elbe und Stepenitz - Hans-Jürgen Arndt, Amtsdirektor von Bad Wilsnack nimmts gelassen, obwohl zu seinem Zuständigkeitsgebiet auch noch die Karthane gehört. Heute soll an der Elbe, Pegel Wittenberge, die Alarmstufe III ausgerufen werden. "Es besteht kein Grund zur Hektik - wie etwa noch 2002", sagt Arndt, verweist auf die gute Vorbereitung, die wie am Schnürchen laufe, und auf die Erfahrungen aus den Flutereignissen von 2002 und 2006. Darauf könne man heute aufbauen. "Außerdem kennen wir die Schwachstellen", äußerte der Amtsdirektor gestern gegenüber dem "Prignitzer".

Dabei gleicht kein Hochwasser dem anderen. Das weiß nicht nur Hans-Jürgen Arndt, sondern vor allem auch Hubert Finke, Leiter der Außenstelle Wittenberge des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg. "Eine Besonderheit dieses Hochwasser ist, dass die Havel so voll und ihre Strömung so stark ist, dass sie nach wie vor in die Elbe drückt." Das sei sonst in der Regel umgekehrt. Vom kleinen Prignitzer Havelabschnitt bei Quitzöbel gehe allerdings keine Gefahr aus, auch nicht von der dortigen Wehrbaustelle. Das bestätigen sowohl Finke als auch Arndt. Das einzige Problem: Die Baustelle sei mit Wasser vollgelaufen.

Unterdessen bekommen viele Breeser an der Stepenitz bereits nasse Füße. Rund 80 Prozent der 1600 Einwohner seien im Falle eines Hochwassers gefährdet, sagt Werner Steiner, ehrenamtlicher Bürgermeister von Breese. Hier fürchtet man in erster Linie das Qualmwasser, "dass wir wohl in Größenordnungen bekommen werden wie schon lange nicht mehr", so Steiner. Schutz böte ein Deich - auf dessen Bau man in Breese allerdings schon seit Jahren wartet. Die Planfeststellung für den Teil, der parallel mit der Landesstraße errichtet werden soll, sei in Arbeit. Vom anderen Abschnitt, dem von Klein Breese in Richtung Weisen, sei ihm kein Sachstand bekannt, moniert Steiner und fordert mehr Tempo in der Umsetzung. Schließlich besagen die Erfahrungen, dass man offenbar alle paar Jahre mit solchen Situationen rechnen müsse. "Lange haben wir darum gekämpft, dass man dieses Projekt überhaupt angeht. Ernst genommen wurden wir allerdings erst, als auf der neuen Hochwasser-Gefahrenkarte des Landkreises bei entsprechender Simulation sichtbar wurde, welche Gebiete im Falle eines Falles tatsächlich unter Wasser stehen", so Steiner.

An den entsprechenden Plätzen in Bälow, Breese und Weisen ist unterdessen alles fürs Füllen der Sandsäcke vorbereitet. "Voraussichtlich werden wir ab heute füllen, um bei Bedarf kurzfristig reagieren zu können", sagt Hans-Jürgen Arndt.

Die Hochwasserinformation des Landkreises ging gestern Nachmittag von sieben Metern am Samstag am Pegel Wittenberge aus. Heute soll in der Elbestadt die Spundwand aufgebaut werden. Das Landesumweltamt hat ab heute ein Bürgertelefon eingerichtet, es ist täglich von 7 bis 19 Uhr unter 033201/442542 erreichbar.

Hochwasser-Alarmstufe zwei im Landkreis Ludwigslust

Der Landkreis Ludwigslust hat für den Elbe-Abschnitt zwischen Dömitz und Boizenburg die Hochwasser-Alarmstufe 2 ausgerufen. Bei Dömitz habe das Hochwasser die Marke von 5,80 Meter erreicht, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung gestern. Mit der Alarmstufe 3 werde heute gerechnet. Der erwartete Scheitel des Hochwassers von 6,65 Meter treffe Dömitz voraussichtlich am Sonntag, einen halben Tag später dann Boizenburg.

In den betroffenen Gemeinden haben gestern die Krisenstäbe ihre Arbeit aufgenommen. Besonders gefährdete Gewässerabschnitte und Bauwerke an der Elbe werden beobachtet.

Laut Umweltministerium hat sich die Hochwasserwelle der Elbe Richtung Norden zwar verzögert. So war die Alarmstufe 2 in Dömitz bereits in der Nacht zum Montag erwartet worden. An Intensität habe das Hochwasser dennoch nicht verloren. Wann der Scheitel auf den 80 Kilometer langen Elbabschnitt in MV trifft, könne nicht exakt vorhergesagt werden. Man könne aber davon ausgehen, dass der Nordosten mit mehr als einem „reinen Winterhochwasser“ rechnen müsse, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Nach Angaben des Umweltministeriums befinden sich die Deichanlagen in einem guten Zustand und sind für Wasserstände bis 6,85 Meter bemessen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen