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Lokales

11. Dezember 2017 | 01:32 Uhr

Paul Friedrich zieht auf Alten Garten

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svz.de von
erstellt am 25.Mai.2010 | 07:09 Uhr

Schwerin | Nach dem Ende der Open-Air-Feierlichkeiten im Schweriner Jubiläumsjahr wird im Herbst die grundlegende Sanierung des Alten Gartens beginnen. Eine Million Euro will das Land investieren, damit der repräsentative Platz wieder sein ursprüngliches Aussehen erhält. Die von den Nazis für ihre Aufmärsche installierten Umbauten an der Museumstreppe werden zurückgebaut, das von den Schweriner Bürgern gestiftete Denkmal für Großherzog Paul Friedrich kehrt an seinen ursprünglichen Platz vor dem Museum zurück. Vereinheitlichte Pflasterung, Rückbau störender Bepflanzungen und passende Lampen werden dem Alten Garten sein historisches Antlitz zurückgeben.

"Nun endlich machen wir die Umgestaltung des Alten Gartens durch die Nazis rückgängig. Das Denkmal des Großherzoges Paul Friedrich wird dann wieder an seinem ursprünglichen Platz stehen, von dem die NSDAP es in den dreißiger Jahren entfernt hatte. Das ist auch ein wichtiger Schritt, um die Chancen des Schweriner Schlosses bei der Bewerbung für die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste zu erhöhen", sagt Bauminister Volker Schlotmann.

Die Instandsetzung des historischen Platzes erfolge in Regie des Betriebes für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL). Denkmalpflegerische Zielsetzung sei die Wiederherstellung des Alten Gartens nach den Entwürfen von Hofbaumeister Hermann Willebrand. Vorgesehen sind im einzelnen der Rückbau der unteren Treppenanlage des Staatlichen Museums, die Umsetzung des Paul Friedrich-Denkmals von der Schlossinsel an seinen historischen Platz, die Pflasterung als oval gestaltete Fläche um den neuen Standort des Standbildes sowie die konstruktive Sicherung und Instandsetzung der Umfahrt vor der Treppenanlage des Museums einschließlich der Brüstungen.

Damit werden nicht nur alte räumliche Achsbezüge, sondern auch die ursprüngliche Verbundenheit zwischen Schwerin und dem seinerzeit sehr beliebten Großherzog wieder hergestellt. Störende Asphaltflächen sollen entfernt werden, ebenso die nicht authentischen gärtnerischen Pflanzungen aus den 70er- und 80er-Jahren. Ein neues Beleuchtungskonzept wird umgesetzt, die Ausstattungselemente, wie zum Beispiel die Beschilderungs- und Informationssysteme, sollten vereinfacht und so unauffällig wie möglich gestaltet und die unterschiedlichen Wege- und Straßenbeläge vereinheitlicht werden. Die Bauarbeiten werden im Herbst beginnen und im Frühjahr 2012 abgeschlossen sein. Langfristiges Ziel ist es, den oberen Eingang des Museums wieder als Haupteingang zu nutzen.

Paul Friedrich hat für Schwerin eine besondere Bedeutung. Unter seiner Regentschaft erfolgte 1837 die Rückverlegung der Residenz von Ludwigslust nach Schwerin, mit der ein gewaltiger Aufschwung für die Stadt einherging. Der Großherzog machte Demmler zum Hofbaumeister und leitete eine rege Bautätigkeit ein, ließ unter anderem den Paulsdamm aufschütten. Nach seinem Tode im Jahr 1842 sammelte die Bevölkerung Geld für ein Denkmal. 1849 konnte die vom Berliner Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffene überlebensgroße Bronzefigur von Paul Friedrich auf einem 3,50 Meter hohen Natursteinsockel an seinem Lieblingsplatz, dem Alten Garten, aufgestellt werden. 1935 versetzten die Nazis das Denkmal an den Burgseeflügel des Schlosses.

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