zur Navigation springen
Lokales

15. Dezember 2017 | 19:02 Uhr

Parteien buhlen um junge Mitglieder

vom

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2010 | 07:00 Uhr

Schwerin | Trotz der vielfältigen Probleme in einem bevölkerungsarmen Flächenland wie MV machen die Parteien nach Ansicht des Politologen Steffen Schoon bei der Jugendarbeit einen guten Job. Das sei aber eine schwierige Aufgabe, denn die meisten Jugendlichen hätten oft ganz andere Interessen als sich um Politik zu kümmern, sagte Schoon, der bei der Landeszentrale für politische Bildung in Schwerin arbeitet. Gleichzeitig sei es in MV einfach, auch junge Leute mit Mandaten zu versorgen .

SPD-Sprecher Steffen Weh ner zeigte sich angesichts von 600 Jusos zufrieden mit der Resonanz bei den Jugendlichen. Landesweit gibt es 2800 SPD-Mitglieder. Viel Interesse gebe es an Arbeitsgemeinschaften, bei denen ohne Parteieintritt mitgemacht werden kann. Erfolgreich sei auch die Juso-Kampagne "Endstation rechts", die den Jungen im Umgang mit Rechten zur Seite stehe.

Mit bundesweiten Lorbeeren konnte sich 2009 die CDU schmücken. Mit 400 Neumitgliedern, davon viele Junge, war die Partei bundesweit der erfolgreichste Landesverband bei der Mitgliedergewinnung - relativ zur Gesamtmitgliederzahl von mehr als 6000. Der Anteil der unter 35-Jährigen liege bei 20 Prozent. Immerhin hätten 50 Junge-Union-Mitglieder ein politisches Mandat. "Wir treten offensiv an Schüler, Sportvereine und Bildungseinrichtungen heran, um die Jugend möglichst stark in unsere politische Arbeit einzubinden", sagte Generalsekretär Vincent Kokert. Bei den Linken sind 12 Prozent der 5600 Mitglieder unter 35 Jahre alt, sagte Geschäftsführer Kay Spieß. Ein generelles Problem mit den jungen Leute sei, dass zu zwei Zeitpunkten - kurz vor dem 20. Geburtstag mit dem Ende der Schulzeit und dann mit etwa 25 Jahren zum Ende der Ausbildung - viele das Land verlassen. Auf lokaler Ebene organisieren die Linken Feste, um auch Jugendliche ohne Führerscheine zu erreichen. Vieles gehe aber nur projektbezogen.

Bei der FDP sind von den 1070 Mitgliedern 90 unter 25 Jahre alt. Die Liberalen setzen bei der Mitgliedergewinnung auf moderne Internetstrukturen wie Communities oder Blogs. Mit Seminarangeboten und Stipendienprogrammen werde versucht, an den Ausbildungsstätten der Jugendlichen zu punkten. Die Grünen mit landesweit 396 Mitgliedern (Schnitt 42 Jahre) haben mit 10 Prozent unter 25-Jährigen nach eigenen Angaben einen guten Stand erreicht. Mit Schwerpunkten wie Atomkraft, Gentechnik, Rechtsextremismus oder Erneuerbare Energien würden viele junge Menschen erreicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen