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Lokales

24. September 2017 | 05:23 Uhr

Parkordnung steht, Radler fahren Sturm

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jun.2010 | 07:52 Uhr

Ludwigslust | Seit vergangener Woche stehen Schilder mit der Parkordnung rund um den Ludwigsluster Schlosspark. Wenn Jochen Baumann vor solch einem Schild steht, dann schüttelt er den Kopf, denn der leidenschaftliche Radfahrer hat jetzt ein Problem: Laut Parkordnung ist es ihm nur noch gestattet, die Hofdamenallee und die Wege am Rasenparterre zu befahren. Doch diese Einschränkung kann er nicht nachvollziehen. Baumann möchte auch in Zukunft den ganzen Park per Rad durchqueren.

Wenn der 70-jährige Baumann fast täglich von Kummer aus seine 50 bis 60 Kilometer lange Fahrradtour antritt, dann führt ihn sein Weg oft durch den Ludwigsluster Schlossgarten. "Der Park ist eine Augenweide", sagt er. Die 24 Wassersprünge, das Schweizerhaus oder die katholische Kirche gehören oft zu seinen Zielen. "Doch auf den Wegen dorthin darf ich jetzt nicht mehr radeln", sagt er. Das Argument seitens der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, dass die Wege durch Radfahrer kaputtgefahren werden, will er nicht gelten lassen. "Ich fahre hier doch kein Crossrennen, und mit dem Reifenprofil meines Trekkingrades mache ich schon gar nichts kaputt", ist er sich sicher.

Natürlich, fügt Baumann an, gebe es auch Ausnahmen, Radler, die Fußgänger schneiden oder über Rasenflächen fahren würden, "doch für einige wenige, die nicht anständig fahren, lasse ich mich nicht in Sippenhaft nehmen", sagt Baumann, der die Meinung vertritt, dass die, die nicht ordentlich fahren, gezielt aus dem Schlosspark-Verkehr gezogen werden müssten.

Auch Günther Gurr ist keineswegs angetan von der neuen Regelung. Der 80-Jährige sagt, er könne schlecht laufen, dafür aber noch gut mit dem Rad fahren. "Ich fahre jeden Tag durch den Schlosspark. Jetzt soll ich auf einmal nicht mehr überall mit dem Rad hindürfen?", ärgert er sich. Auch Gurr plädiert für eine komplette Öffnung des Parks für die Radler.

Ob das Rad soweit zurück gedreht wird, ist fraglich. Doch Ulrich Kache, Landschaftsarchitekt und Mitarbeiter beim Betrieb für Bau und Liegenschaften MV, hatte bereits gegenüber der SVZ betont, dass sich die Verwaltung derzeit Gedanken darüber macht, ob nicht weitere Wege für den Radfahrer geöffnet werden könnten.

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