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Lokales

14. Dezember 2017 | 11:22 Uhr

Parchims Finanzamt macht bald dicht

vom

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2010 | 07:57 Uhr

Parchim | Die schlechte Nachricht: Parchims Finanzamt schließt zum 30. September endgültig seine Pforten. Die gute Nachricht: Für die meisten Bürger ändere sich nichts, verspricht Hans-Joachim Jaetzel, Leiter des Schweriner Finanzamtes.

Genau genommen verschwand die Behörde schon vor vier Jahren. Im Zuge der so genannten Finanzamts strukturreform ist das Parchimer Amt bereits im Juli 2006 mit dem Finanzamt Schwerin zusammengeführt worden. Da die Grundinstandsetzung des Schweriner Gebäudes zu diesem Zeitpunkt noch nicht weit genug vorangeschritten war, mussten zunächst aus räumlichen Gründen Arbeitsbereiche als Nebenstelle in Parchim verbleiben.

Von den ursprünglich 70 Mitarbeitern waren bis jetzt noch 35 am Standort Parchim geblieben. Einzelne Bereiche wie Körperschaftssteuer oder Vollstreckung zogen sukzessive in die Landeshauptstadt. Zwei Finanzbeamte bleiben auch künftig in Parchim. "Es ist klarer Wille der Ministerin Heike Polzin, dass dort eine Zentrale Informations- und Annahmestelle (ZIA) bestehen bleibt, wo Standorte schließen", erklärt Ministeriumssprecher Stephan Bliemel.

90 bis 95 Prozent der Bürger werden dort ihre Anliegen weitgehend klären können, verspricht Behördenleiter Hans-Joachim Jaetzel. Das betrifft Einträge in Lohnsteuerkarten ebenso wie Fragen zur Kraftfahrzeugsteuer. Die Zentrale Informations- und Annahmestelle sei ein Spiegelbild ihres Schweriner Pendants. Allerdings wird die ZIA nicht am bisherigen Standort in der Parchimer Weststadt bleiben, sondern in das Amtsgerichtsgebäude am Moltkeplatz umziehen.

Der Beschluss, das Parchimer Finanzamt Schwerin anzuschließen und damit auch den Standort aufzugeben, war seinerzeit mit Einwohnerschwund und Einspar effekten begründet worden. Hans-Joachim Jaetzel: "Der Bevölkerungsrückgang in Mecklenburg - Vorpommern und Rationalisierungserfolge aufgrund fortschreitender Automatisierung haben auch vor der Steuerverwaltung nicht Halt ge¬macht. Beide Faktoren haben zu einem deutlichen Personalrückgang geführt, in dessen Folge Finanzamtsstandorte aufgegeben werden mussten. Die Steuerverwaltung lebt auch von Fallzahlen, die sich durch den Bevölkerungsstand entwickeln."

Ein weiterer Faktor, der die Zusammenlegung von Ämtern befördert, ist die Steuererklärung per Computer vom heimischen Schreibtisch aus. Diese Variante nehme massiv zu. Nur fehlende schnelle
Datenleitungen hindern Bürger auf dem Lande daran, die Fragebögen elektronisch auszufüllen.

Während des Umzuges in der Zeit vom 1. bis 13. September ist das Finanzamt Schwerin nur eingeschränkt erreichbar. Die Behörde bittet, in dieser Zeit von Anfragen abzusehen. Die neue Telefonnummer der Parchimer ZIA wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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