zur Navigation springen
Lokales

20. August 2017 | 15:47 Uhr

Parchims digitale Sirenen gestoppt

vom

Parchim | Mit der digitalen Alarmierung der Feuerwehren im Landkreis Parchim wird es erstmal nichts. Ein Unternehmen klagt gegen die Auftragsvergabe. Zum 30. Juni dieses Jahres, so sah es der Plan vor, sollte das digitale Alarmnetz stehen. Dazu werden die Feuerwehren mit digitalem Funkmeldern ausgerüstet und die Sirenenansteuerung ebenfalls umgestellt. Außerdem sollte gleichzeitig das Funknetz neu strukturiert werden. Mit der neuen Technik kann in Notfällen wertvolle Zeit gespart werden. Doch nun ist alles erst einmal auf Eis gelegt.

"Der Umstellungstermin wird auf Grund der Vergabebeschwerde eines Mitbewerbers nicht eingehalten, und gegenwärtig ist noch völlig unklar, wann seitens des Oberlandesgerichtes Rostock entschieden wird", bestätigt Frank Leuschner vom kreislichen Ordnungsamt. Ob dann beim jetzigen Stand weiter gebaut werden kann oder ob die Ausschreibung komplett neu erfolgen muss, das entscheiden nun die Richter. Bis dahin ist die Sirenenumstellung gestoppt, und es wird weiter analog alarmiert. Der Aufbau des digitalen Funknetzes ist mit 296 000 Euro veranschlagt und wird unter anderem aus Mitteln der Feuerschutz steuer finanziert.

Im Landkreis Parchim sind 279 Sirenen in den Kommunen installiert, die nach dem Aufbau des digitalen Funknetzes entsprechend umgerüstet werden müssen. Da das nicht von einem auf den anderen Tag erfolgen kann, wird nach dem Entscheid des Gerichtes und der Umstellung der Technik für eine gewisse Übergangszeit digital und analog alarmiert.

Die Retter hoffen, dass es trotzdem keine Verzögerungen geben wird. Unabhängig vom derzeitigen Stillstand bei der geplanten Umstellung ordert der Landkreis die digitalen Funkmeldeempfänger für die Rettungskräfte. Annähernd 800 Stück sind für 208 000 Euro bestellt. Diese Kosten teilen sich der Landkreis und die Kommunen je zur Hälfte. Etliche Ämter, wie Goldberg-Mildenitz, verzichten allerdings auf die kostenintensiven Funkmeldeempfänger und setzen weiter auf Sirenenalarm.

Im Land Mecklenburg-Vorpommern soll in den kommenden zwei Jahren auch der Funkverkehr auf Digitalfunk umgestellt werden. Dann werden alle Fahrzeuge des Brandschutzes, Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes, insgesamt bis zu 280 Fahrzeuge, ebenfalls umgerüstet.

Dabei wird mit Kosten von etwa 1000 Euro je Fahrzeug gerechnet. Auf die Frage, ob bei den Umstellungen die künftigen Kreisstrukturen beachtet werden, heißt es aus der Verwaltung, dass dies nicht der Fall sei und jeder Landkreis selbst an der Umstellung arbeite.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2010 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen