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Frische Weihnachtsgänse direkt vom nahe gelegenen Hof : Zwischen Frühstück und Gänsebraten

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Um wohl kaum einen anderen Braten ranken sich so viele Geschichten, Legenden, Rezepte und literarische Versuche wie um die Weihnachtsgans. Deren Faszination zieht seit Jahrhunderten nicht nur Literaten in ihren Bann.

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erstellt am 14.Dez.2012 | 06:31 Uhr

Herzberg | Wenn am Heiligen Abend verheißende Bratendüfte den Raum durchfluten, dann ist es wieder so weit. Die Weihnachtsgans wird zerteilt und in heimelig-festlicher Atmosphäre genossen. Um wohl kaum einen anderen Braten ranken sich so viele Geschichten, Legenden, Rezepte und literarische Versuche wie um die Weihnachtsgans.

Ob die Weihnachtsgans Auguste in einer Übersetzung von Karl-Heinz Groot plötzlich "platt snackt" oder der Klassiker von Heinz Erhardt "Tiefgefroren in der Truhe, liegt die Gans aus Dänemark. . ." immer wieder zitiert wird - die Faszination Weihnachtgans zieht seit Jahrhunderten nicht nur Literaten und Dichter in ihren Bann.

Die Legende erzählt, dass Königin Elizabeth I. einen stattlichen Gänsebraten vor sich hatte, als sie die Mitteilung ereilte, dass die spanische Armada von den Engländern bezwungen worden sei. Grund genug, die Gans aus Freude über diesen militärischen Erfolg zur Weihnachtsgans zu erklären. Das war 1588 und seitdem gibt es neben dem katholischen Brauch, am 11. November zu Beginn der weihnachtlichen Fastenzeit die Martinsgans zu verspeisen und den Zeitraum der Enthaltsamkeit mit einer genüsslichen Weihnachtsgans am Heiligen Abend zu beenden die zweite, aus kriegerischen Erfolgen resultierende, weltliche Deutung.

Für Freunde der Weihnachtsgans ist in der Gegend von Parchim Helmut Feldten ein Begriff. Der Landwirt aus Herzberg ist der Tipp vieler Verbraucher und Stammkunden für gute Qualität. Vielfalt ist bei der immer stärker auf Spezialisierung angelegten Landwirtschaft für Familie Feldtens immer noch das Grundprinzip. Gemüse, Äpfel, Eier, Leberwurst, Schmalz und Geflügel aus Eigenproduktion sind auf den Wochenmärkten begehrte Objekte.

Und wenn Helmut Feldten von seinen Gänsen erzählt, gerät er ins Schwärmen. "Unsere Gänse laufen von Mai an frei. Sie werden natürlich aufgezogen." Sie müssen nach Ansicht des Bauern auch "etwas Fett haben. Und wenn sie das richtige Grundfutter bekommen, kann man auch richtig reinbeißen", sagt Helmut Feldten. Die frei laufenden Tiere erhalten zusätzlich Weizen, gekochte Kartoffel, Äpfel und Hafer. Entsprechend gut ist das Fleisch und groß die Nachfrage. Für ihn gehört es dazu, dass die Weihnachtsgans auch etwas Fett enthält, aus dem Schmalz in verschiedenen Variationen hergestellt wird, "damit man was aufs Brot bekommt."

Helmut Feldten legt Wert auf die Tatsache, dass bei ihm "kein Billigkram" hergestellt wird. Und die vielen Stammkunden, die seit Jahren zu ihm kommen, sind der Beweis, dass die von ihm gelieferte Qualität der regionalen Eigenproduktion geschätzt wird.

Nicht selten erinnern sich die Kunden an die Kultsendung "Zwischen Frühstück und Gänsebraten" mit dem unvergessenen Heinz Quermann, die am ersten Feiertag im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Da ist den Zuschauern das Wasser im Munde zusammengelaufen, noch bevor der Gänsebraten auf dem Festtagstisch stand.

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