Rom und Kuhlen-Wendorf : Zwillinge mit Bürgermeister-Gen

Vater und Söhne: Friedrich-Karl Toparkus mit den Zwillingssöhnen Ralf und Volker (r.)
Vater und Söhne: Friedrich-Karl Toparkus mit den Zwillingssöhnen Ralf und Volker (r.)

Wie der Vater Friedrich-Karl Toparkus, so die Söhne Ralf und Volker: Alle sind in der Kommunalpolitik und in der Landwirtschaft zuhause

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15. März 2018, 05:00 Uhr

Diese Zwillingsbrüder scheinen das Bürgermeister-Gen geerbt zu haben und das eines Landwirts noch dazu: Ralf Toparkus (53) ist Bürgermeister und Landwirt in der Gemeinde Kuhlen-Wendorf bei Brüel. Sein Zwillingsbruder Volker macht das gleiche – nur in der Gemeinde Rom bei Parchim. Und geerbt haben die Zwillinge ihr Engagement offenbar von ihrem Vater Friedrich-Karl Toparkus (85). Er war Bürgermeister und Landwirt in Kobrow bei Sternberg.

Die Tradition der Landwirtsfamilie geht weiter in die Vergangenheit zurück. Väterlicherseits liegen ihre Ursprünge in Ostpreußen in der Nähe von Königsberg, wo der Großvater der Zwillinge, Fritz Toparkus, als Bauer tätig war. Die Flucht am Ende des Zweiten Weltkrieges trieb ihn nach Perniek bei Neukloster, wo die Familie eine Neubauernstelle in Rügkamp betrieb. Hier wuchs Friedrich-Karl Toparkus zusammen mit seinen Geschwistern auf und setzte als einziger in der Familie die Landwirt-Tradition fort.

Friedrich-Karl Toparkus landete nach dem Landwirtschaftsstudium zunächst in Holzendorf bei Dabel und schließlich in Kobrow. Er wurde Chef des Gutes Sternberg. Und mit der Wendezeit übernahm er die Aufgabe als Bürgermeister.

Sein Sohn Volker erinnert sich, wie sein Vater sich für die Entstehung des Gewerbegebiets Rachower Moor eingesetzt hat. Sternberg hatte keine Flächen für ein solches Gebiet, die Gemeinde Kobrow stellte welche für die Stadt zur Verfügung. In der Landwirtschaft gab es seinerzeit viele Entlassungen. Auch im Gut, das zu einem Kombinat gehörte, das Saat- und Pflanzgut produzierte. Für Friedrich-Karl Toparkus war es wichtig, dass viele Landwirte wieder einen Job fanden. Und das gelang auch in den neuen Firmen am Rachower Moor.

„Sozial angehaucht“ sei man schon immer gewesen in der Familie, ist von Zwillingsbruder Ralf zu hören. Und auch der Schritt in die Landwirtschaft kam nicht von ungefähr. Geld für das erste Moped hatte er sich mit dem Sammeln von Kartoffeln und Steinen sowie später mit Traktorfahren verdient. Ralf Toparkus, der gesundheitsbedingt von der Armee freigestellt war, hatte zunächst Landmaschinenschlosser gelernt. Er schwärmte davon, mit großen Traktoren und großen Schlüsseln zu arbeiteten. Als junger Mann machte er eine Ausbildung, bei der er in nur drei Jahren sein Abitur und gleichzeitig ein Studium zum Landwirt abschloss. 1986 war er damit fertig. Beim Vater unter den Stiefel - das wollte Ralf Toparkus aber nicht, wie er scherzt. Er fand eine leitende Stelle in der Genossenschaft in Gustävel.

Zwillingsbruder Volker hatte auch schon einen Job in einem Landwirtschaftsbetrieb in der Sternberger Region in Aussicht, allerdings war sein Studium durch Abitur und Armeezeit erst kurz nach der Wende beendet. Und damals wurden in der Landwirtschaft bekanntlich keine Leute mehr eingestellt, es wurde abgebaut. So verlängerte Volker Toparkus seine Studienzeit in Halle/Saale und machte seinen Doktor in Biostatistik. Später arbeitete er in der Industrie in einem Saatgutbetrieb und im Handel, bis er eine Herausforderung für den Einstieg in die Landwirtschaft fand. Anfang des Jahres 2000 startete Dr. Volker Toparkus in der Römer Agrargenossenschaft. Sowohl er als auch sein Bruder Ralf betonen, wie wichtig das Modell der klassischen Genossenschaft sei. Die Mitarbeiter, die Anteilseigner sind, gehen ganz anders an ihre Aufgaben heran, als wenn sie nur angestellt wären. „Man fährt nicht nur zur Arbeit, man kann sich als Genosse, als Teilhaber einbringen“, erklärt Ralf Toparkus. Genossenschaften passen in die Landwirtschaft. In beiden Agrargenossenschaften – sowohl in Rom, wo Dr. Volker Toparkus Chef ist, als auch in Gustävel, wo Ralf Toparkus der zweite Mann an der Spitze ist, bilden die aktiven Mitarbeiter die Mehrzahl der Genossenschaftsmitglieder.

Beide Landwirte engagierten sich früh in ihren Gemeindevertretungen. Dass Volker Toparkus vor zwölf Jahren als Spitzenmann der Kommune Rom kandidierte, hing mit dem Tod des damaligen Bürgermeisters Horst Klawuhn zusammen. Sein Bruder Ralf hatte das Bürgermeisteramt 1994 von seiner Frau Hannelore übernommen. Denn die stand damals vor der Wahl: Entweder weiter im festen Job in der Verwaltung arbeiten oder ehrenamtlich als Bürgermeisterin. „Einer musste die Verantwortung übernehmen“, so Ralf Toparkus. Er wurde seitdem immer wieder gewählt – ohne einen Gegenkandidaten. Sein Zwillingsbruder Volker hat sich in seiner Gemeinde gegen Mitbewerber durchgesetzt.

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