Neuanschaffung : Zweite Glocke für Siggelkow

Ein Stück Heimat: Gabriele Zwerschke engagiert sich für die Siggelkower Kirche.
Ein Stück Heimat: Gabriele Zwerschke engagiert sich für die Siggelkower Kirche.

Geläut soll im kommenden Jahr vervollständigt werden. Finanzierung steht bereits.

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08. September 2018, 12:00 Uhr

Den passenden Ton hat ein Sachverständiger bereits gefunden. Die äußere Gestaltung sowie die Beschriftung stehen ebenfalls schon fest: Voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres wird in einer Werkstatt in Karlsruhe eine neue Glocke für eine mecklenburgische Dorfkirche gegossen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 könnte sie dann in Siggelkow eintreffen, ist die Vorsitzende des Kirchenfördervereins Gabriele Zwerschke zuversichtlich.

Damit geht ein lang gehegter Traum der Gemeinde und ihrer engagierten Kirchenförderer in Erfüllung. Seit 74 Jahren ist im hölzernen Turm das größere der beiden eichernen Originaljoche aus dem Jahr 1702 verwaist: Die größere der beiden Siggelkower Glocken fiel im Zweiten Weltkrieg wie so viele andere historisch wertvolle Geläute der Rüstungsindustrie zum Opfer. Seitdem ruft nur noch eine Glocke zu Gottesdiensten, Trauungen und anderen kirchlichen Ereignissen, wie zum Beispiel vor zwei Jahren zum großen Kirchweihfest nach der Komplettsanierung der Fachwerkkirche.

20 000 Euro mussten eingeworben werden

Schon während der dreijährigen Bauphase keimte bei den Siggelkower Kirchenförderern die Hoffnung auf, dass Schwung und langer Atem für ein weiteres Projekt reichen würden. Etwa 20 000 Euro mussten eingeworben werden, um eine neue Glocke anschaffen zu können. Die Finanzierung ist seit dem Sommer in trockenen Tüchern – dank vieler Einwohner und Gäste, die es zum Beispiel beim alljährlichen Siggelkower Frühlingsfeuer oder auf Glockenkonzerten großzügig in der Spendenkasse klingeln ließen. Für dieses Anliegen verwandelte Ingolf Kiesow im April sogar seine Schmiede in einen Konzertraum: Der Unternehmer führt im Ort eine Zaun- und Metallbaufirma. „Er war ein rührender Gastgeber eines rundum gelungenen Abends an einem ungewöhnlichen Ort“, schwärmt Gabriele Zwerschke.

Als der Förderverein im März 2012 aus einem zuvor schon bestehenden Initiativkreis gegründet wurde, übernahm sie ohne zu Zögern den Vorsitz. Zu dem Zeitpunkt galt die Fachwerkkirche als baulich gefährdet. Einwohnern dürfte noch der Herbst 2013 in guter Erinnerung sein: Damals wurde Siggelkows Baudenkmal Nummer 1 in einer spektakulären Aktion um zehn Zentimeter angehoben, um neue Schwellen legen und die Mauerwerksgefache darüber in ihrer ursprünglichen optischen Ansicht erhalten zu können.

„Diese Kirche ist für mich Heimat geworden, ich fühle mich ihr ganz eng verbunden. Ich habe den heißen und innigen Wunsch, dass wir hier noch viel auf die Beine stellen“, bekräftigt Gabriele Zwerschke.

Die Kirchengemeinde Siggelkow ist am 31. Oktober Gastgeber für den Regionalgottesdienst zum Reformationstag.

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