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Bürgermeisterwahl Mestlin : Zwei Frauen im Duell um die Spitze

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Verena Nörenberg-Kolbow und Claudia Stauß kandieren für die Mestliner Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag

Wenn am Sonntag die Wahlen zum Schweriner Landtag stattfinden, sind die Einwohner Mestlins zusätzlich zur Wahl ihres Gemeindeoberhauptes aufgerufen. Der bisherige Amtsinhaber Uwe Schultze tritt aus gesundheitlichen Gründen vom Bürgermeisterposten zurück. Er hatte diese Funktion seit 1994 inne und ist damit der dienstälteste Bürgermeister im Amt Goldberg-Mildenitz. Um seine Nachfolge bewerben sich die Bühnenmeisterin Claudia Stauß sowie die Geschäftsführerin der LPG Verena Nörenberg-Kolbow.

Verena Nörenberg-Kolbow ist den Mestlinern seit langem bekannt. Die Frau, die 1956 in Crivitz das Licht der Welt erblickte, wuchs in Groß Niendorf auf und besuchte die Kladrumer Schule. Nach dem Abitur studierte sie bis 1983 an der damaligen Wilhelm-Pieck Universität in Rostock Agrarwissenschaften, speziell die Pflanzenproduktion. Mit dem Diplom als Agraringenieurin in der Tasche begann sie in der LPG Pflanzenproduktion Zölkow. Nach der Wende wechselte sie in die LPG Mestlin, die jetzt Landwirtschaftliche Produktivgenossenschaft heißt. Seit April 1992 ist sie die Geschäftsführerin dieses Betriebes.

Engagiert hat sich die dreifache Mutter für Mestlin schon immer, so ist sie Mitglied in der Gemeindevertretung, vertrat bislang den Bürgermeister und war auch im Amtsausschuss des Amtes Goldberg-Mildenitz tätig. Aufgestellt wurde sie von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Mestlin (UWM), die sie jetzt auch als Kandidatin für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen hat.

Auf welche Dinge will Verena Nörenberg-Kolbow als Bürgermeisterin den Fokus legen? „Mich interessiert das Wohl aller Einwohner, schließlich geht es um das Gesamtinteresse der Gemeinde“, sagt sie und will alle Vereine und Gruppen unterstützen, wobei sie die Betonung auf alle legt.

„Gerade in Zeiten, in denen wir freiwillige Aufgaben kaum erfüllen können und uns sogar die Pflichtaufgaben schwer fallen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller ehrenamtlichen Kräfte“, ist sich die LPG-Geschäftsführerin sicher. Trotz aller Finanzknappheit in der Gemeinde müssten Kindergarten und Schule unbedingt erhalten und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr weiter gewährleistet werden. Sie zählt auch die Beibehaltung und Gestaltung von Traditionen in der Gemeinde zu den wichtigen Aufgaben, die den Zusammenhalt fördern. Das nächste große Ereignis kündigt sich bereits an, die 250-Jahrfeier von Vimfow, einem Ortsteil der Gemeinde, im kommenden Jahr. Auch wenn es schwer fällt, so kämpft Verena Nörenberg-Kolbow für eine weitere Verbesserung der Infrastruktur und will keine Abstriche zulassen. „Das wird schwer und das Land muss uns auch mit den Finanzen besser ausstatten. Alle Jahre die Grundsteuern A und B erhöhen, um sie dem Landesdurchschnitt anzupassen, ist eine Schraube ohne Ende und füllt die Kassen der Kommunen nicht.“

Claudia Stauß trat bereits 2014 gehen Uwe Schultze an: „Ich meinte, dass nach 20 Jahren mal eine Alternative nötig war. Außerdem muss in Mestlin endlich mal was geschehen, es steht ja die Zeit still. Konsequenterweise trete ich natürlich nun wieder an.“ Die 1975 in Dresden geborene Bühnenmeisterin ist derzeit freiberuflich tätig und wohnt in Kadow. Bekannt ist sie durch ihr langjähriges Engagement im Verein Denkmal Kultur Mestlin, seit 2014 arbeitet sie in der Gemeindevertretung.

„Das Engagement als Vorsitzende des Vereines Denkmal Kultur Mestlin e.  V. seit 2008 zeigt bereits deutliche Erfolge. Mestlin, seine Geschichte und sein Gebäudeensemble mit dem Kulturhaus als Mittelpunkt sind wieder in der Region und darüber hinaus bekannt“, sagt Claudia Stauß.

Auf die schwierige Lage der Gemeinde sei mittlerweile auch die Landesregierung aufmerksam geworden, Fördermittel von verschiedenen Stellen würden dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen ermöglichen. Die Kandidatin sieht dennoch eine Menge Arbeit: „Aber noch bleibt viel zu tun, um die Gemeinde zu entlasten und aus der derzeitigen Last des baulichen und geschichtlichen Erbes eine Idee für die Zukunft Mestlins zu schmieden.“

Zu einer attraktiven Gemeinde gehöre eine funktionierende Infrastruktur. Für Mestlin bedeute das zum einen, alles zu erhalten, was derzeit vorhanden ist, vom Bäcker über den Lebensmittelladen, Sparkasse, Friseur, Arzt und Zahnarzt, Gärtnerei, Landfleischerei und verschiedene Handwerker bis hin zur LPG.

Des weiteren sei die Kinderbetreuung ein wichtiger Standortfaktor. Für den Fall, dass die Schule nach 2019 nicht mehr im Schulentwicklungsplan enthalten sei, müsse man unbedingt über alternative Möglichkeiten wie zum Beispiel eine Schule in freier Trägerschaft, nachdenken.

Für die älteren Einwohner müsse vorhandener Wohnraum altersgerecht hergerichtet werden, dabei biete sich eine enge Zusammenarbeit mit der Wohnungsgesellschaft des Amtsbereiches an, welche die Wohnungen in Mestlin verwaltet. Stauß: „Außerdem möchte ich die Gemeinde attraktiv machen für den Zuzug auch junger Familien und Menschen.“

Alle Ortsteile sollen in die Entwicklung einbezogen werden, alle Ortsteile sollen gleichberechtigt informiert werden. Claudia Stauß: „Selbstverständlich ist dass alles, was an Vereinsarbeit und ehrenamtlichen Engagement in der Gemeinde bereits vorhanden ist, von mir als Bürgermeisterin mit allen Kräften unterstützt und gefördert wird.“

migb/umit


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