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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 22:51 Uhr

Marnitz : Zwei Bundesländer in Feierlaune

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Mecklenburger und Brandenburger feierten das 18. Quellfest in den Ruhner Bergen mit Putlitzer Burgfräulein und dem Riesen Ramm

So oder ähnlich soll es sich zugetragen haben: Außer mit den vereinbarten Naturalien wie Ziegen, Fohlen, Kirschen, Getreide oder Pilze wollte die Bevölkerung in der Gegend zwischen Marnitz und Poltnitz den gewalttätigen Riesen Ramm mit einer Jungfrau milde stimmen. Um ihr zu imponieren, schleuderte er einen riesigen Felsbrocken in die Höhe – unter dem herabfallenden Gestein wurden er und die schöne Maid dann begraben. Die Gesteinsbrocken bilden seitdem die zweithöchste Bergformation Mecklenburg-Vorpommerns: Über 176 Meter sind sie hoch – die Ruhner Berge. Und die Tränen der Jungfrau speisen angeblich bis heute die Quelle eines Baches, der in Richtung Poltnitz fließt.

Im Gedenken an diese Sage – von der auch andere Varianten erzählt werden – wurde am Sonnabend bei Marnitz die mittlerweile 18. Auflage des Quellfests gefeiert: Wohl aber auch als Erinnerung an den Bau des Aussichtsturms, von dem aus sich bei gutem Wetter ein fantastischer Rundblick über bis zu vier Bundesländer bietet.

Brandenburgische Preußen und Mecklenburger waren sich im Verlauf ihrer Geschichte bekanntlich nicht immer wohlgesonnen. Das Amt Eldenburg Lübz hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit dem Brandenburger Amt Putlitz-Berge das Marnitzer Quellfest als Beweis für ein grenzübergreifendes, harmonisches Miteinander zu zelebrieren. Auch Politprominenz beider Ämter aus Kreis-, Land- und Bundestag war zahlreich vertreten.

Das adrette Putlitzer Burgfräulein (Vanessa Koch) saß neben dem (äußerst friedlichen) Riesen Ramm (Uli Felsky, Jarchow) in der Kutsche von Karl-Heinz Bahr (Griebow), als sie – vom Schützenverein Porep-Nettelbeck, Feuerwehrkameraden und etlichen Zwergen und Elfen eskortiert – seitwärts an die Bühne des Festzelts fuhren. Mit an Bord war ein Falkner, dessen Greifvogel es sich auf einer Faust des Riesen bequem gemacht hatte.

Im Zelt begrüßte Cheforganisator Gerd Holger Golisz das ungleiche Pärchen, das wenig später an alle Frauen Rosen verteilte. Der Schützenverein Porep-Nettelbeck ließ mit seinen drei Salutschüssen die Ruhner Berge erbeben. Kreistagspräsident Olaf Steinberg betonte in seinem Grußwort den menschenverbindenden Charakter dieses Volksfestes.

Die autofahrenden Gäste waren zu einem Parkplatz nördlich der Autobahn geleitet worden. Das Eintrittsgeld dort beinhaltete den Transport durch einen Shuttle-Service. Im Festzelt zeichnete einmal mehr eine Blaskapelle unter der Leitung von Marcel Schäfer für die gute Stimmung verantwortlich. „Blecheinander“ nennt sich die muntere Formation, die ihre Wurzeln in dem Groß Laascher Bigband-Verein Swingside hat. Als obligatorischer Auftakt wurden die Hymnen beider Bundesländer angestimmt und inbrünstig mitgesungen. Zünftige alpenländische oder Egerländer Bläserklänge sind den jungen Musikern von „Blecheinander“ ebenso geläufig wie Schlager oder Pop. Das Publikum honorierte diese Bandbreite des Repertoires mit großer Tanzfreude und bekam natürlich seine vehement geforderte Zugabe.

Festorganisator Golisz ließ außerdem Bürgermeister aus beiden Ämtern und deren Leitungsbeamte als Sänger von Volksliedern antreten, in die das Publikum lautstark einstimmte. Dank des abwechslungsreichen Programms verging der Festtag wie im Flug. Gegen Abend spielten die „Quellbeatz“ zum Tanz auf. Bei der Tombola gewann Mara Kurfels aus Wittstock die 250 Kilo schwere Holznachbildung des Riesen. Ob Schlagersternchen Lara, ein Andrea-Berg-Double, Weltmeister Hans Höhn mit seiner spektakulären Kampfsportschau oder Pferdeflüsterer Uwe Weinzierl – Golisz bewies mit seiner Auswahl wieder ein glückliches Händchen. Für den 3. Advent (17.12.) hat er bereits zum traditionellen Turmblasen in die Ruhner Berge eingeladen.

 

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