Marnitz : Zum Wunschberuf gefunden

Ines Plettner, Schulleiterin der Grundschule West in Parchim (l.), und Schulsozialarbeiterin Relana Derrath ließen es sich nicht nehmen, die Abschlusspräsentation zum Praxislerntag in der Marnitzer Schule zu besuchen. Ihren Praktikanten Marvin-Pascal Harm lernten sie als einen umsichtigen Jugendlichen kennen.
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Ines Plettner, Schulleiterin der Grundschule West in Parchim (l.), und Schulsozialarbeiterin Relana Derrath ließen es sich nicht nehmen, die Abschlusspräsentation zum Praxislerntag in der Marnitzer Schule zu besuchen. Ihren Praktikanten Marvin-Pascal Harm lernten sie als einen umsichtigen Jugendlichen kennen.

Neuntklässler der Schule am Ruhner Berg in Marnitz erhielten beim Praxislerntag Einblicke in die Arbeitswelt .

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23. Juni 2016, 05:00 Uhr

In den zurückliegenden Monaten tauschte Marvin-Pascal Harm für einen Tag in der Woche seine Regionale Schule Am Ruhner Berg in Marnitz mit der Grundschule West in Parchim ein, um dort seinen Praxislerntag zu absolvieren. Der 15-jährige musste nicht lange überlegen, als es darum ging, einen Praktikumsplatz zu finden: Schließlich hat er an dieser Schule selbst seine Grundschulzeit verbracht, die er in guter Erinnerung behält. Vor allem aber wollte Marvin-Pascal, der sich bereits als Tischtennis-Jugendtrainer engagiert, herausfinden, ob er sich auch beruflich eine Arbeit mit Kindern vorstellen kann. An seinem Praxislerntag in dieser Schule gefiel ihm besonders, dass er sowohl in Regel- als auch in Förderklassen zum Einsatz kam. Sein Fazit: „Ich möchte Erzieher werden.“

Jason Voß aus Suckow ist sich in den vergangenen Monaten ebenfalls darüber klar geworden, wohin seine berufliche Reise gehen soll: Der 16-Jährige hat im zurückliegenden Schuljahr in der freien Werkstatt Stüwe & Bliß in Parchim regelmäßig Werkstattluft schnuppern und so Bekanntschaft mit dem Berufsbild des Kfz-Mechatronikers machen können. Damit steht sein Wunschberuf Nummer 1 nun fest. Dass ihm sein Praktikum viel gebracht und nebenbei noch großen Spaß gemacht hat, war am Dienstag bei der Abschlussveranstaltung im Marnitzer Schulhaus nicht zu übersehen: Wie viele andere Schüler auch, hatte Jason Voß keine Mühen gescheut, seinen Praktikumsbetrieb ansprechend zu präsentieren.

Auf die Minute genau zum Anpfiff des EM-Spiels unserer DFB-Auswahl gegen Nordirland sorgten am Dienstagabend nicht nur die 30 Neuntklässler und ihre jüngeren Mitschüler ab Klasse 5 sowie deren Eltern für eine volle Hütte: Als unmittelbare Ansprechpartner standen ebenfalls Mitarbeiter aus Personalabteilungen, Lehrausbilder sowie Azubis aus etwa 20 Firmen und Einrichtungen der Region im Marnitzer Schulhaus parat. Als „Messeneuling“ in der Schule Am Ruhner Berg brachte Annett Rusch mit der Meyenburger Möbel GmbH ein Unternehmen aus der Prignitz ins Spiel, dessen Geschichte bis ins Jahr 1946 zurückgeht. Heute fertigen in dem Traditionsunternehmen rund 430 gut ausgebildete Mitarbeiter echtholzfurnierte sowie weißlackierte Wohnraummöbel für Kunden in der ganzen Welt. Zu den wichtigsten Partnern zählt auch das bekannte schwedische Möbelhausunternehmen mit den vier großen Buchstaben. Ausgebildet werden in Meyenburg z. B. Maschinen- und Anlagenführer, Holzmechaniker, Mechatroniker, Industriekaufleute sowie in dem vom Unternehmen betriebenen „Germania Hotel am Schlosspark“ auch Fachkräfte im Hotel- und Gastrobereich. Abiturienten wird ein Duales Studium zum Bachelor of Engineering im Bereich Holztechnik ermöglicht.

Motivierte, arbeitsfreudige Schulabgänger können sich übrigens noch berechtigte Hoffnungen auf einen Ausbildungsplatz zum neuen Ausbildungsjahr machen, sagt Annett Rusch. Dem Berufsorientierungslehrer der Marnitzer Schule Bodo Kowalschuk konnte sie versichern, dass ihr Unternehmen auch als Partner beim Praxislerntag zur Verfügung steht.

Im kommenden Sommer bekommt an der Marnitzer Schule bereits der neunte Jahrgang Neuntklässler die Chance, sich frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt zu verschaffen und dabei auszutesten, ob man für bestimmte Tätigkeiten geboren ist oder nicht: Steven Hennig (17) aus Siggelkow weiß jetzt zum Beispiel, dass die Metallbearbeitung nicht sein Ding ist. Hingegen bleibt die Landwirtschaft nun eine von mehreren Optionen bei der Berufswahl, nachdem er in der Agrar e. G. Siggelkow hautnah miterlebte, „dass die Landwirtschaft eine schöne Arbeit sein kann.“ Nachdem Dario Terzic ein Jahr lang einen Schultag in der Woche in der Werkstatt von Zimmerermeister Jens Gelewski in Zachow verbracht hat, lautet sein Wunschberuf Nummer 1: Tischler.
 

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