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KEK Ludwigslust-Parchim : Zukunft: Daumen hoch oder runter?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Entwurf des Kreisentwicklungskonzepts 2030 fertig: Noch bis 31. Juli können alle 200 000 Einwohner diskutieren und bewerten.

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt und erfrischende Impulse gab es obendrein: Nico Skiba schreibt seit Ende 2015 am Kreisentwicklungskonzept 2030 (KEK) mit. Der Parchimer ist Vorsitzender des federführenden Kreistags-Ausschusses für Verwaltungsmodernisierung und Kreisentwicklung und kennt als Kreistagsmitglied und Stadtvertreter die regionale und die lokale Sicht. Jetzt liegt der Entwurf des KEK vor und seit einer Woche können die 214 000 Einwohner des Landkreises Ludwigslust-Parchim in einem Online-Forum mitreden. Noch tun sie es sehr verhalten.

„Das ist eines der ersten Kreisentwicklungskonzepte in den neuen Bundesländern überhaupt“, sagt Nico Skiba. Und: „Es bleibt nicht starr. In zwei Jahren prüfen wir, ob die darin genannten Ziele auch die sind, die wir brauchen.“ Der vorliegende Entwurf enthalte „nichts Verwerfliches“, eher Dinge, die vielleicht vergessen wurden. Genau deshalb gebe es das Online-Forum. Skiba: „Vielleicht gibt es Stimmen aus dem einen oder anderen Ort zu Zielen, die wir nicht bedacht haben.“

Nico Skiba empfiehlt: Die formulierten Ziele durchlesen, dabei feststellen, ob man sich wiederfindet. Und dann einbringen, weniger mit persönlichen Stellungnahmen, mehr mit Zielen und Wünschen. Beispiel Südbahn: Reicht es, wenn das KEK formuliert: Entwicklung eines integrierten Verkehrskonzeptes (mit abgestimmten Tarifen und Fahrplänen zwischen Schienenverkehr und ÖPNV)?

Eines verhehlt auch Nico Skiba nicht. „Als Kreisstädter hätte ich mir ein klares Bekenntnis zur Kreisstadt gewünscht.“ Das können jetzt die Parchimer im Forum nachholen – oder je nach Sicht Bewohner anderer Regionen.

Auch Wolfgang Bohnstedt, Kreistags-Fraktionschef der Linken, wünscht sich, dass die Bürger die Chance nutzen, sich einzumischen: „Wir haben eine außerordentliche Fraktionssitzung zum Thema durchgeführt und empfehlen, konkrete Projekte vorzuschlagen. Wenn ein Projekt im KEK drinsteht, dann steht es drin und hat Relevanz.“ Für die Linke dreht sich alles um die Sicherung der Daseinsvorsorge in der Fläche – Ärzteversorgung, ÖPNV, Kultur. Eben alles, was das Leben lebenswert macht.

SPD-Fraktionschefin Dr. Margret Seemann würde sich freuen, „wenn viele Bürger die Gelegenheit nutzen würden, mit ihren Meinungen und Änderungswünschen das KEK mit zu gestalten.“ Weiter: „Der Landkreis soll auf diese Weise als ein attraktiver Lebens-, Wohn-, Wirtschafts-, Tourismus-, Arbeits- und Bildungsstandort gewinnen. Je mehr Menschen sich beteiligen, umso vielfältiger werden die Perspektiven und desto besser wird das Gesamtkonzept.“

Die Vorschläge im Forum werden genau gelesen, das versichern alle. Nico Skiba möchte sie sogar anschließend in den Ausschüssen diskutieren. Das wäre dann wirklich ein starkes Stück direkter Demokratie und würde garantieren, dass die Mühen derjenigen, die mitmachen, nicht in den Weiten des Internets verschwinden...

 

Konzept mit drei Handlungsfeldern

Die prognostizierte Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung sorgt für unterschiedliche Herausforderungen für den Landkreis. Demnach zielt das Kreisentwicklungskonzept auch darauf ab, eine Abwärtsentwicklung zu verhindern. In dem KEK sollen Lösungswege aufgezeigt werden.

Der Planungshorizont reicht mit rund 15 Jahren deutlich über den der einzelnen Fachbereiche der Kreisverwaltung hinaus. Dabei soll es im Konzept vor allem darauf ankommen, unterschiedliche Themenfelder integriert zu betrachten. Es sollte im Ergebnis klare, gewichtete Handlungsfelder und konkrete Projekte beinhalten, beschlussfähig sein und den politischen Gremien als verbindliche Handlungsgrundlage für weitere Entscheidungen und Einzelplanungen dienen können. Das Konzept sieht drei Handlungsfelder vor:

• Starker Wirtschaftsstandort

• Nachhaltiger Lebensraum

• Lebenswerte Orte

Querschnittsthemen wie Digitalisierung und demographische Entwicklung werden jeweils mitgedacht.


 

Das Forum zur Kreiszukunft: http://www.kreis-lup.de/kek2030

 

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