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Parchimer Zeitung

25. September 2017 | 18:55 Uhr

Zu viele fahren ihrer Arbeit hinterher

vom

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erstellt am 11.Jun.2013 | 06:00 Uhr

parchim | Fast die Hälfte der Beschäftigten im Landkreis Ludwigslust-Parchim arbeitet nicht am Wohnort. Mit 42 Prozent ist die Zahl der Pendler fast die höchste in MV, nur der Landkreis Rostock platziert sich mit 44 Prozent davor. Diese Zahlen sind für Unternehmen und Einrichtungen Anlass, mit regelmäßigen Pendleraktionstagen um Fachkräfte und Nachwuchs zu werben - unter anderem am Schweriner und Hamburger Hauptbahnhof. Kein Wunder, dass Cheforganisatorin Nadine Hinze, Geschäftsführerin des Regionalmarketing-Vereins, bestätigt: "Das Interesse an diesem Aktionstag wächst weiter, sowohl bei den Firmen als auch bei den Westmecklenburgern, die künftig wieder in ihrer Heimat arbeiten wollen."

Die meisten pendeln sogar in andere Bundesländer

Und das sind viele. Am Wohnort arbeiten zu können, ist für sie nur ein schöner Traum. Und so bewegt sich eine schier endlose Blechkarawane Tag für Tag über die Straßen des Landes. Zum Stichtag 30. Juni 2012 kamen nach Angaben des Statistischen Landesamtes 11 999 Männer und Frauen zum Arbeiten in den Kreis Ludwigslust-Parchim. Die meisten davon mit dem Auto. Umgekehrt verließen 35 127 Einheimische den Kreis, weil sie woanders einen Job hatten.

Im Gegenzug kamen 7311 Einpendler aus anderen Regionen des Landes, 4688 aber sogar aus anderen Bundesländern hierher zum Arbeiten. Das entspricht einer Einpendlerquote von 11,9 bzw. 7,6 Prozent.

Insgesamt bot der Kreis 61 438 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (siehe Grafik). In andere Regionen des Landes auspendeln mussten 16 941 Männer und Frauen oder 20,1 Prozent. In andere Bundesländer reisten täglich oder auch wöchentlich 18 186 oder 21,5 Prozent. Ob hier oder woanders: Insgesamt hatten 84 449 Einheimische einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz (grüner Balken in der Grafik). Insgesamt pendelten 23 128 mehr Menschen aus als ein. Sämtliche Kreise in MV boten ihren Einwohnern übrigens zu wenig Arbeitsplätze, so dass mehr Menschen aus- als einpendelten. Ausnahmen sind die kreisfreien Städte Rostock und Schwerin, sie verzeichnen auch mit 37,5 bzw. rund 52 Prozent die meisten Einpendler. Mecklenburg-Vorpommern hatte zum Stichtag im Sommer vergangenen Jahres insgesamt 531 989 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, also solche mit Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Das waren etwa 6000 mehr als zwei Jahre zuvor. Davon wurden rund 24 000 von Arbeitnehmern aus anderen Bundesländern und dem Ausland besetzt, das waren 4,5 Prozent.

Schleswig-Holstein und Hamburg bevorzugt

Insgesamt waren 582 297 Mecklenburg-Vorpommern sozialversicherungspflichtig beschäftigt (das sind 5000 mehr als im Jahr 2010). Rund 75 000 von ihnen pendelten in andere Bundesländer und ins Ausland zur Arbeit, das waren 12,7 Prozent. Zieht man die Einpendler von den Auspendlern ab, ergibt sich eine negative Bilanz von rund 51 000. Das ist der sogenannte Auspendlerüberschuss. Im Gegensatz dazu weisen Länder mit guter Beschäftigungslage einen Einpendlerüberschuss auf. Im Vergleich zum Jahr 2010 hat sich der Auspendlerüberschuss hier immerhin um rund 600 verringert.

Diejenigen, die zur Arbeit aus Mecklenburg-Vorpommern herausfahren, haben vor allem in den Nachbarländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen einen Arbeitsplatz gefunden. 22 800 bzw. 13 430 und 8120 Männer und Frauen aus unserem Land haben dort einen Job. Hierher kommen vor allem Brandenburger (6900), Schleswig-Holsteiner (4540) und Niedersachsen (2488) zur Arbeit.

Wird sich der Trend irgendwann drehen? Beim letzten Pendleraktionstag machte Klaus Uwe Scheifler von der IHK Schwerin eine Beobachtung: Erfolgreiche junge Frauen, die seit 10, 15 oder 20 Jahren zur Arbeit in den Westen pendeln, haben nun Kinder bekommen. Damit ändert sich ihre Situation grundlegend, denn wegziehen aus Mecklenburg wollen sie nicht und suchen hier Arbeit.

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