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Parchim : Zu kritisch? Feuerwehr-Ausbilder abserviert

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

CDU erhebt schwere Vorwürfe an Verwaltungsspitze: Fürsorgepflicht verletzt, Betroffenen nicht angehört

von
erstellt am 19.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Wer kritische Fragen stellt, wird weggeräumt? Zumindest mit unbequemen Feuerwehrleuten steht die Verwaltungsspitze offen auf Kriegsfuß. Zwangsfusion der Verbände Parchim und Ludwigslust, Geldkürzung für die Ex-Kreiswehrführer, glücklose Nachfolger... Und jetzt wird, Zufall oder nicht, ein beliebter Ausbilder, der es wagte, die Kreisführung zu kritisieren, wegen formaler Vergehen vor die Tür gesetzt. Sein Pech: Er hatte davor gewarnt, dass die Feuerwehrtechnik nicht mehr in Dargelütz gewartet und geprüft werden soll.

CDU-Kreistags-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller sprach das Thema an: „Auf ehrenamtliche Kameraden ist immer Verlass. Deshalb bin ich irritiert über die Art und Weise der Abberufung. Die Vorwürfe kamen per Post, der Kamerad wurde nicht angehört.“ Die Vorwürfe klingen arg konstruiert. So soll der Grebbiner „eigenmächtig einen Lehrgangsplan umgestellt“ haben. Das bestreitet er: „Ich habe die Abläufe an die Rahmenbedingungen wie z.B. Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Geräten und die Gegebenheiten vor Ort angepasst.“ Zudem habe der Kreisfeuerwehrverband Bescheid gewusst. Offenbar sind die Bedingungen in Dargelütz mit seinem Investitionsstau schlechter. Auch habe er keine Stunden eigenmächtig gekürzt. Wegen Ausbildermangel wurden die vier Stunden vom letzten Samstag, auf die vorherigen vier Samstage verteilt. Der Entlassene kritisiert, dass der Feuerwehrverband es „bis heute nicht geschafft hat, die Voraussetzungen für eine einheitliche und auch der heutigen Gesellschaft angepasste, flexible Ausbildung zu schaffen.“ Gustav Graf Westarp, Fraktionsvorsitzender Umwelt, Piraten, Freie Wähler, kritisiert den Umgang: „Der Kamerad ist einer, der den Widerspruch und den Protest der freiwilligen Feuerwehren im Altkreis Parchim zum Ausdruck bringt und wird dafür von seiner Ausbildertätigkeit abberufen. Als wenn das den Widerspruch lösen würde. Die Wehren wollen gute Arbeitsbedingungen in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe. Wenn das der Kreisfeuerwehrverband durch Mehrheiten lösen will, gibt es ein Problem: Das Ehrenamt opfert seine Freizeit nur, wenn es überzeugt ist, dass das was es tut, auch von allen Seiten unterstützt und gewürdigt wird.“ Graf Westarp weiter: „Was würde es nützen, wenn zwei Drittel beschließen, dem anderen Drittel soll die Arbeit erschwert werden und die spielen nicht mit? Dann wäre nichts gewonnen. Dann würde nur die Hütte brennen.“

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