Lesung in Parchim : Zu Fuß auf dem Camino del Norte

Viele beeindruckende Bilder von ihrer letzten Pilgerreise brachte Sabine Ritter mit in die Parchimer Stadtbibliothek.
Viele beeindruckende Bilder von ihrer letzten Pilgerreise brachte Sabine Ritter mit in die Parchimer Stadtbibliothek.

Sabine Ritter sprach in der Stadtbibliothek eindrucksvoll vom Pilgern

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01. März 2020, 19:00 Uhr

Manche gehen zu Günther Jauch, um eine Million zu bekommen, ich geh pilgern.“ Die das mit einem Augenzwinkern sagt, ist Sabine Ritter. Im vergangenen Jahr ging sie exakt 1 334 871 Schritte auf dem Camino del Norte in Spanien. Mit ihren Erlebnissen war sie nun in der Parchimer Stadtbibliothek zu Gast und nahm ihr Publikum mit auf diese Reise. „Was braucht man zum Pilgern?“, war dann auch gleich ihre erste Frage an die Gäste. Während die noch eine Weile überlegen, antwortet Sabine Ritter bereits: „Mut, einen schönen Rucksack, gute Schuhe, einen Wanderführer und einen guten Partner.“ Das war in diesem Fall ihr Bruder Frank, mit dem sie gemeinsam die rund 820 Kilometer von Irun nach Santiago de Compostela gegangen ist. „Im Schnitt liefen wir acht Stunden am Tag, mit einem Rucksackgewicht von gut zehn Kilogramm auf dem Rücken“, beeindruckt Sabine Ritter ihre Gäste. Und wie heißt es so schön: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Sie erzählte, wie sehr sie der Weg am Golf von Biscaya beeindruckt hat, die Landschaft, die trotz der Küstennähe sehr hügelig und teilweise zerklüftet ist. „Eine Herausforderung an jeden Wanderer“, so Sabine Ritter und sie ergänzt: „Entweder man schaut oder man läuft.“ Beides zur gleichen Zeit sei wegen der vielen Unebenheiten aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Aber Zeit zum Schauen und Fotografieren haben sich Sabine Ritter und ihr Bruder in jedem Fall genommen und eine Vielzahl von schönen Bildern mitgebracht. Und so bekommt das Publikum an diesem Abend nicht nur einen Eindruck von der schönen Landschaft, der vielfältigen Vegetation, sondern auch von den interessanten Städten wie Deba, Guernica, bekannt durch Picasssos berühmtes Gemälde, Portugalete oder San Vincente. Immer wieder erzählt die Pilgerin witzige Anekdoten, von interessanten Begegnungen mit anderen Pilgern und den Einheimischen und die großen Unterschiede der vielen Herbergen, in denen sie im Laufe der Reise eingekehrt sind. „Wir haben in 38 verschiedenen Betten an 38 verschiedenen Orten geschlafen“, erinnert sich Sabine Ritter noch gut und auch daran, dass der Standard dabei doch sehr unterschiedlich war. Im kommenden Monat startet sie erneut. Am 28. April geht es für Sabine Ritter und ihren Bruder für drei Wochen auf den Camino Primitivo.

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