Parchim : ZiP-Büro gerät zwischen die Partei-Fronten

Die Parchimer Zeitung berichtete am 24. April über die Finanzierungslücke fürs ZiP-Büro.
Die Parchimer Zeitung berichtete am 24. April über die Finanzierungslücke fürs ZiP-Büro.

Diskussion geht weiter

23-11367994_23-66110653_1416398816.JPG von
19. Mai 2018, 05:00 Uhr

Die Finanzierungslücke für das ZiP-Büro in Parchim sorgt weiter für Turbulenzen auf der politischen Bühne in Schwerin (wir berichteten mehrfach). Nachdem Wolfgang Waldmüller (CDU) auf die Vorwürfe von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in unserer gestrigen Ausgabe reagiert und die Verantwortung zurückgewiesen hat, will das Alexander Kujat, Sprecher von Ministerin Drese, so nicht stehen lassen.

„Die unsachlichen Aussagen von Herrn Waldmüller zeigen, wie unangenehm ihm die Angelegenheit ist. Zu Recht. Die Mittel für das ZiP-Büro sind über die CDU-Landtagsfraktion im Haushaltsplan des Innenministeriums veranschlagt worden. Das war Herrn Waldmüller auch ganz wichtig, um sich medienwirksam bei der Mittelübergabe ablichten zu lassen. Als Politprofi weiß er natürlich ganz genau, dass dann inhaltlich und rechtlich nur das Innenministerium für den Haushaltstitel zuständig ist“, meint Kujat.

Und der Mann aus dem Sozialministerium spitzt zu: „Das war es dann aber auch mit den Aktivitäten von Herrn Waldmüller. Danach hat er sich nie wieder gekümmert und das ZiP-Büro hängen lassen. Das Mindeste, was man hätte erwarten können, um das Projekt weiterzufördern, wäre eine Kontaktaufnahme gewesen. Denn wenn Projekte auslaufen und fortgeführt werden sollen, muss das zuständige Ministerium (in diesem Fall das Innenministerium) zwingend einen Antrag stellen. Das ist nicht geschehen. Herr Waldmüller hat sich bis heute nicht einmal im Sozialministerium oder bei Frau Drese persönlich gemeldet, obwohl man sich oft sieht.

Das Sozialministerium fördert seit vielen Jahren mittelbar Projekte des Bürgerkomitees Südring e.V. So werden zwei Fachkräfte in der Jugendsozialarbeit finanziert, es erfolgt eine Unterstützung in der Familienbildung (Finanzierung pädagogischer Fachkraft) und in der familienfördernden Arbeit im Familienzentrum.“ Derzeit fehlen rund 15 000 Euro, um die Arbeit im ZiP-Büro wie seit Jahren bewährt, fortzusetzen. Die Personalstelle von ZiP wurde mit 20 Prozent von der Stadt finanziert und 80 Prozent musste der Träger mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln aufbringen. Für das laufende Jahr wurde erneut ein Antrag ans Innenministerium gestellt. Abgelehnt wurde er mit der Begründung, dass es in den beiden Vorjahren eine Projektförderung gab und eine Weiterfinanzierung nicht möglich wäre. Der Träger setzt die Arbeit im Büro ehrenamtlich fort.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen