zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

18. Dezember 2017 | 14:01 Uhr

Unterricht im See : Ziel ist das Seepferdchen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Mestliner Grundschüler lernen in dieser Woche am Klein Pritzer See das Schwimmen

von
erstellt am 09.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Für die Mädchen und Jungen der Grundschule Mestlin ist jetzt Unterricht unter freiem Himmel angesagt. Statt in den Klassenzimmern zu pauken, heißt es Schwimmen lernen am Klein Pritzer See. Das Team des Zeltplatzes in Kukuk sowie der Goldberger Busbetrieb Bathke sind der Schulleitung bei der Organisation in finanziellen Fragen entgegen gekommen, so dass auch in diesem Jahr wieder das seit den siebziger Jahren im vergangenen Jahrhundert so beliebte Schwimmlager stattfinden kann.

Der seit drei Jahren nicht mehr aktive einstige Sportlehrer Dietmar Arendt hat den Schwimmunterricht im Auftrage des ASB ehrenamtlich übernommen. „Abhocken, grätschen und wieder zusammen“ - so lauten seine Rufe am Ufer und die Erstklässler folgen diesen Anweisungen.

Denn bevor es ins kühle Nass bei 25 Grad Wasser- und 24 Grad Lufttemperatur geht, sind die Trockenübungen am Ufer angesagt. „Das Ziel des Schwimmlagers ist es, die Angst vor dem Wasser zu nehmen und nach Möglichkeit die Abnahme des ,Seepferdchens’, dem ersten Schwimmnachweis“, sagt Arendt. Etliche Kinder werden auch das Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold ablegen.

Ronja Gühlke aus der vierten Klasse hat das Goldene bereits und „im vergangenen Jahr habe ich auch den Junior-Rettungsschwimmer in Parchim abgelegt“, sagt sie stolz. So kann sie dem Schwimmlehrer bereits zur Seite stehen und ihm ab und zu assistieren. Im Wasser werden erst einmal für die jüngeren Schüler spielerisch einige Übungen durchgeführt, um ihnen die Angst vor dem Nass zu nehmen. „Das ist wichtig, denn nur ohne Angst kann man das Schwimmen erlernen“, sagt Arendt. Dass dieser andere Sportunterricht im Freien stattfindet, ist für den einstigen Sportlehrer sehr wichtig. „Es ist schon ein Unterschied, ob ich in einer Schwimmhalle oder in einem Natursee bade“, erklärt er weiter.

So ein Schwimmlager ist enorm wichtig für das Leben, denn leicht kann man in Situationen kommen, die man nur als Schwimmer meistert. Sei es, man fällt bei einem Bootsausflug ins Wasser oder man macht einen falschen Schritt auf dem Steg... Da hat man als Nichtschwimmer sehr schlechte Karten. Hier appellieren die Schulen, Vereine und Gesellschaften auch an die Verantwortung der Eltern und wünschen sich mitunter mehr Unterstützung. Nach Angaben von Torsten Erdmann von der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft e.V. in Mecklenburg-Vorpommern kann nur jeder zweite Grundschüler schwimmen. Sein Verein ruft auch dazu auf, dass sich weitere Ehrenamtliche finden, die sich zum Schwimmlehrer ausbilden lassen, denn auch hier gibt es zu wenige im Land.

Immerhin bieten in unserer Region Parchim – Lübz – Plau am See viele Helfer vom ASB und DRK Schwimmlehrgänge an und die sollten unbedingt genutzt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen