Die Sommerreportage : Wohnwagen-Kontrolle auf der A 24

Urlaub mit Sicherheit: Die Beamten des Autobahnverkehrspolizeireviers Stolpe kontrollieren besonders in der Ferienzeit Wohnwagengespanne auf den Autobahnen. Foto: Michael-Günther Bölsche
Urlaub mit Sicherheit: Die Beamten des Autobahnverkehrspolizeireviers Stolpe kontrollieren besonders in der Ferienzeit Wohnwagengespanne auf den Autobahnen. Foto: Michael-Günther Bölsche

Urlaub mit Wohnmobil liegt im Trend, verlangt aber anspruchsvolles fahrerisches Können. „Wir wollen, dass Urlauber sicher ans Ziel kommen und schauen bei Kontrollen auf Wohnmobile", so Polizeihauptkommissar Vorbeck.

svz.de von
14. Juli 2012, 04:09 Uhr

stolpe | Mecklenburg-Vorpommern ist das Wohnmobilland. Stiegen die Zulassungszahlen von 2011 zu 2012 bundesweit um 2,6 Prozent, legte MV glatt um 5,8 Prozent zu. 340 788 rollende Feriendomizile sind in Deutschland ganzjährig zugelassen. Keine Frage, Urlaub mit Wohnmobil und Wohnwagen liegt im Trend, verlangt aber anspruchsvolles fahrerisches Können. "Wir wollen, dass Urlauber sicher ans Ziel kommen und schauen im Rahmen unserer Überwachungstätigkeit natürlich auf Wohnwagengespanne und Wohnmobile. Unsere erfahrenen Kollegen haben einen Blick dafür, wenn etwas nicht stimmt", erklärt Polizeihauptkommissar Dietmar Vorbeck, der stellvertretende Leiter des Autobahnverkehrspolizeireviers Stolpe. SVZ begleitete Polizeihauptkommissar (PHK) Manfred Lautenschläger und die Polizeihauptmeister Karsten Baltruschat und Siegfried Lasch bei einer Kontrollfahrt auf der A 24.

Früher Nachmittag, Brummis und Pkw teilen sich die A24 in Höhe Raststätte Stolpe, hin und wieder gleitet ein Wohnwagengespann vorbei. "Freitagnachmittag ist hier mehr los, wenn die Pendler nach Hause fahren", sagt Manfred Lautenschläger, "dann häufen sich auch die Anrufe. Einer hat rechts überholt, einer fühlt sich abgedrängt". Heute keine Spur von Stress, entspannte Lage, Wolken und Sonne wechseln sich ab. Der Vito der Autobahnpolizisten überholt einen älteren silbergrauen VW-Campingbus T3 mit Hamburger Nummer. Am Steuer ein junger Mann, der etwas unsicher hinüberschaut. Siegried Lasch schaltet die Leuchtschrift "Polizei, bitte folgen" im Heck des Streifenwagens an, leitet den Fahrer zum Parkplatz Blievenstorf. "Schönen guten Tag, allgemeine Verkehrskontrolle, die Papiere bitte", stellt sich Manfred Lautenschläger vor. Der junge Hamburger hat Verständnis für den kurzen Stopp. "Das ist meine erste Fahrt, ich habe das Auto gerade gekauft und meine Freundin in Berlin besucht", erzählt er und zeigt auf die nagelneu aufgezogenen Reifen. So weit alles in Ordnung.

Dann fragt Karsten Baltruschat nach der TÜV-Plakette für die Gasanlage. Die ist abgelaufen, der junge Mann bekommt einen Mängelbericht, hat sieben Tage Zeit, die Prüfung nachzuholen. "Da steckt keine übertriebene Kontrollwut dahinter", erklärt PHK Rüdiger Stüber, Leiter der Stolper Verkehrsüberwacher, "es wäre nicht das erste Mal, dass ein Wohnmobil wegen austretenden Gases abbrennt oder schlafende Insassen ersticken".

Ein Ratzeburger Wohnwagengespann interessiert die Beamten als nächstes. Dahinter fährt ein VW Polo ebenfalls mit RZ-Kennzeichen. "Die gehören bestimmt zusammen", vermutet Siegfried Lasch. So ist es: Die Ratzeburger Familie Ropers kommt direkt aus dem Venedig-Urlaub. Dieter Ropers steuert den Audi A6 mit großem Fendt-Wohnwagen, Frau Martina und Tochter Katharina folgen im Polo. Braun gebrannt mit frischen italienischen Tomaten im Gepäck, schwärmen sie vom blauen Himmel und der Sonne des Südens. Die Beamten überprüfen die Stützlast. Manfred Lautenschläger erklärt: "Das ist wichtig. Wird die Stützlast überschritten, drückt zu viel Gewicht auf die Kupplung am Zugfahrzeug. Instabiles Fahrverhalten, Aufschaukeln oder sogar Umkippen können die Folgen sein." Bei den Ratzeburgern stimmt alles, die Stolper Beamten wünschen gute Heimfahrt.

"Urlauber sind in der Regel entspannter als Berufsfahrer, das Verständnis für Kontrollen ist meist da", weiß Karsten Baltruschat. Diese Erfahrung bestätigt sich auch beim nächsten Stopp, diesmal in Richtung Berlin. Zwei Gespanne mit Fahrrädern auf den Pkw-Dächern rollen in Richtung Urlaub. An Bord Eltern, Kinder und Enkel aus Münster. Das Ziel ist Waren an der Müritz. Hier schaut PHK Klaus Wiechmann von der PI Ludwigslust, der die Kontrollen begleitet, auf das Abrissseil, dass am Zugfahrzeug befestigt sein muss. Dieses Seil leitet sofort eine Bremsung ein, wenn der Anhänger von der Kupplung rutscht. Auch hier alles in Ordnung. Der Sohn findet die Kontrolle in Ordnung: "Ich bin Truppführer bei der Feuerwehr. Es ist gut, hinzuschauen." Sein Vater lobt das Auftreten der Stolper Beamten, die freundlich erklären, dass sie sich alle Urlauber sicher am Ziel wünschen: "Allein, dass kontrolliert wird, hilft. Schreiben Sie ruhig auf, die Autobahnpolizei Mecklenburg-Vorpommern macht eine gute Arbeit. Das sagt ein Oberstaatsanwalt a.D." Und denen widersprechen auch Reporter ungern...

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