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Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 23:28 Uhr

Suckow : Woher kommt die Bio-Wurst?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Erzeuger stellten sich auf dem Gelände von Genossenschaft in Suckow vor. Andre Nikolei war mit seinen Walachen-Schafen dabei.

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Aus diesen Schafen könnte einmal die Wurst auf ihrem Frühstücksbrötchen oder ein sonntäglicher Braten werden. Andre Nikolei und Nicole Paul waren am Sonnabend mit einigen ihrer Walachen-Schafe aus Neu Redlin, unmittelbar an der Landesgrenze, aber schon in Brandenburg gelegen, nach Suckow in Mecklenburg gekommen. Die seltene Schafrasse gehörte an diesem Wochenende anlässlich der Biolandpartie zu den Blickpunkten im Pfarrgarten.

Andre Nikolei besitzt eine Schäferei im Nebenerwerb und lässt seine Produkte – vom Lamm und Schaf – mittlerweile über die Genossenschaft Kramer & Kutscher in Suckow vermarkten. Für die Wurstherstellung hat er eine Metzgerei in Lenzen an der Elde gefunden.

Die Genossenschaft war erst im vergangenen Jahr gegründet und in diesem Frühjahr an den Start gegangen. Mehrere Erzeuger, die mit den Suckowern zusammenarbeiten, präsentierten sich im Pfarrhaus und im Garten. So war Landwirt Fritz Schmidt aus Porep, ebenfalls aus der Nähe in Brandenburg, dabei. Er etabliert sich als Wursterzeuger.

Das Angebot des Regionalen Vermarkters aus Suckow und der Erzeuger zog viele Besucher an. Darunter beispielsweise Iris Zollmann aus Plau am See. „Ich suche etwas, wo ich Bio-Gemüse kaufen kann“, sagt sie. Selbst auf den Wochenmärkten finde sie selten Stände mit entsprechendem Angebot.

Das Geschäftsmodell der Suckower Genossenschaft ist es, regionale Produkte - und dabei vorrangig ökologisch produzierte – von verschiedenen Erzeugern zusammenzubringen, sie zu vermarkten und interessierten Kunden bis an die Haustür zu liefern. Im Suckower Pfarrhaus befinden sich Büro, Lager und ein Hofladen. Die meisten Produkte werden aber nicht hier verkauft, sondern gehen direkt an die Abnehmer.

Die befinden sich in einem Umkreis von 50 Kilometern – von der Prignitz bis Goldberg, sagt Genossenschaftsgeschäftsführerin Katinka Hartmann. Die Erzeuger, bei denen Kramer & Kutscher die Waren jeden Donnerstag abholen, sind sogar in einem Umkreis von 100 Kilometern um Suckow verteilt.

32 Mitglieder hat mittlerweile die Genossenschaft. Darunter sind acht Erzeuger. Doch nicht nur sie haben geholfen, dass das Projekt starten konnte. Es gab auch eine Anschubfinanzierung mit Fördermitteln. So gesehen, habe jeder Steuerzahler ebenfalls investiert, ist von Katinka Hartmann zu erfahren. Dadurch konnten ein Kühlfahrzeug und Kühlschränke angeschafft sowie in eine Homepage im Internet investiert werden. Zusätzlich gibt es im ersten Jahr eine Förderung von Personalkosten über die Europäische Union.

Die Suckower haben inzwischen drei Ökobetriebe gefunden, von denen sie Obst und Gemüse für den Handel beziehen. Vom Siebengiebelhof im benachbarten Drenkow erhalten sie beispielsweise Käse und Quark. Von der Imkerei Polak in Kreien kommt der Biohonig.

Katinka Hartmann, die früher den Hofladen im Siebengiebelhof betrieben hatte, war seinerzeit durch Kunden auf die Idee für die Genossenschaft gekommen. Die hatten nachgefragt, wo man weitere Bio-Produkte in der Region erwerben kann.

Bei der Biolandpartie standen in unmittelbarer Nachbarschaft auch die Türen die Siebengiebelhofs und des Guts Drefahl offen.

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