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Parchimer Zeitung

21. September 2017 | 05:17 Uhr

Wir wollten beim Hochwasser helfen

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 05:28 Uhr

Parchim | Nur zusehen reicht den Schülern der neunten Klasse der Parchimer Goethe-Schule nicht - sie alle wollen anpacken beim Hochwasser in den potenziellen Überflutungsgebieten. Schulsozialarbeiter Dietmar Stein hatte die Idee dazu, denn er half bereits bei der Flut 2002 Sandsäcke zu füllen.

"Ich habe mich mit dem Amt in Dömitz in Verbindung gesetzt und dort war man sehr froh über unser Hilfsangebot. Den Schulleiter Peter-Michael Dreeser sowie die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen zu überzeugen, war ein Leichtes", erklärt Dietmar Stein. Die Neuntklässler seien voller Begeisterung gewesen und alle 46 brachten auch den Elternzettel gestern unterschrieben wieder mit in die Schule.

Heute früh sollte es losgehen. Das Neustadt-Glewer Busunternehmen Kröger hatte für diese besondere Unternehmung eigens einen Bus gesponsert - leider fährt dieser aber heute doch nicht von der Kreisstadt aus in das Krisengebiet. Rund 500 versierte Einsatzkräfte von Bundeswehr, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk machen den Einsatz der Jugendlichen aus der Kreisstadt vorerst unnötig.

"Ich freue mich sehr über die Einsatzbereitschaft im gesamten Landkreis und auch auf das geschaltete Bürgertelefon gab es eine große Resonanz - hier rückt etwas zusammen. Dennoch reichen die professionellen Einsatzkräfte zunächst aus, um der Flut Herr zu werden. Sollten wir noch weitere Hilfe benötigen, kommen wir gerne auf die Hilfsangebote zurück", erklärt Landrat Rolf Christiansen.

"Die Schüler und ich sind natürlich enttäuscht, da wir alle darauf eingestellt waren unseren Beitrag zu leisten", beschreibt Dietmar Stein die Stimmung in den beiden neunten Klassen, die gestern Mittag über die Absage ihrer Hilfsaktion informiert wurden. Es sei schade, dass ihre Hilfe nicht benötigt werde, so Peter-Michael Dreeser. "Ich habe mich aber über die Bereitschaft der Schüler helfen zu wollen sehr gefreut, obwohl das Überflutungsgebiet nicht unmittelbar vor ihrer Haustür liegt und ich hoffe das alle weiterhin couragiert sind und ihre Hilfe anbieten, wenn sie benötigt wird", sagt der Schulleiter, der davon unabhängig die Entscheidung der Ämter nicht verstehen kann, denn in anderen Krisengebieten, wie z. B. Lüneburg, seien ganze Schulen für Hilfsaktionen freigestellt worden.

Auch wenn sie nicht an der Elbe mithelfen durften: Die Goethe-Schüler haben trotzdem etwas bewirkt. Nämlich das schöne Gefühl, das es Menschen gibt, die anderen, die in Not geraten, helfen.

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